2011/06/04

Sekten in Japan - Moon-Sekte

Was man an einem sonnigen Samstagnachmittag niemals in Japan tun sollte - zu Hause sein!

Allein schon aus logischen Gründen gibt es viel bessere Ideen, einen sonnigen Samstagnachmittag in Japan zu verbringen, als zu Hause herumzulungern. Man könnte ins Museum (zu spät aufgestanden dafür), einen Radausflug machen (der letzte ging mit leichten Schrammen aus, deswegen fiel diese Option heute sowieso für mich flach...), Shoppen (wenn man Geld hätte bzw. sich dafür interessieren würde), sich mit Freunden treffen (wenn nicht alle so beschäftigt wären bzw. so weit weg) oder mit dem Hund am Tama-gawa entlang spazieren gehen (wenn der mal im Zuge eines Familiennachzugs importiert worden wäre...). 
Wie man sieht, bin ich alle  möglichen Optionen durchgegangen und habe mich dann aus Faulheit - nein aus Forscherdrang! - fürs zu Hause bleiben entschieden (Lernen, lesen, bißchen pennen, Katzen umknuffen usw),  nachdem der Lieblingsmann für den späteren Nachmittag einen Umtrunk in einem Izakaya gemeinsam mit Universitätsprofessoren und -kollegen geplant hatte.
Eine alleinerziehende, japanische Katzenmutter (klein, vorne) versucht ihre Kinder (groß, Hintergrund) vor dem immer stärker werdenen Einfluss von Sekten in Japan zu beschützen. *fauch*

2011/05/17

Ausflug nach Kamakura - Engaku-ji

Eingangstor des Engaku-ji in Kamakura, Japan
In der Golden Week, welche eine aus vielen aneinandergereihten Feiertagen bestehende Ferienwoche darstellt, sind wir kurz auf einen Sprung nach Kamakura gefahren und haben dort den Engaku-ji besichtigt. Leider war - da ganz Japan frei hat - viel los. Die diesjährige GW war zwar tourismustechnisch nicht so ein Erfolg, da viele Reisen - vor allem nach Tohoku - aufgrund des Erdbebens storniert wurden. Auch Auslandsreisen gingen verhältnismäßig stark zurück - dafür stiegen Reisen in die Region, was wir leider auch bei Kamakura erfahren mussten. Die Leute aus Tokyo und Umgebung "verreisten" nach Tokyo und Umgebung.

Sanmon ("3.Tor") von der Seite
Aber nun zum Engaku-ji: Sein offizieller Name lautet Zuirokuzan Engaku-ji, oft einfach zu Engaku-ji abgekürzt. Der buddhistische Tempel in Kamakura (genauer gesagt, direkt nebst dem Bahnhof Kita-Kamakura), dessen Name so viel wie "Sutra der vollkommenen Erleuchtung" bedeutet, stellt einen der Haupttempel der Rinzai-Sekte (= buddh. Untergruppe, nicht zu verwechseln mit unseren Sekten!) dar. Errichtet im Jahr 1282 wurde er als Gedenkstätte der Mongoleninvasion errichtet, nachdem sein ursprünglicher Verwendungszweck - der chinesische Mönch Lanxi Daolong - bereits verstorben war. Sein Besitzer, Hojo Tokimune, setzte seinen Zen-Lehrer Wuxue Zuyuan (einen weiteren Mönch der gattung Daolongs) als Vorsteher ein und viele chinesische Mönche kamen zum Studieren an den Tempel. Der Engaku-ji entwickelte sich zu einem der bedeutensten Zen-Tempel und stellte eine Art kulturelle Verbindung zwischen der chinesischen und japanischen Kultur dar. 

2011/05/02

Fuji Matsuri 2011

Alljährlich gegen Ende April bis Anfang Mai findet im Kameido Tenjin Schrein, in einem der shitamachi-Bezirken Tôkyôs, das Fuji Matsuri statt.

Eingang zum Kameido Tenjinsha

Ema - "Pferdebild" für Wünsche
Der Kameido Tenjin ist nicht nur für seine schönen violetten Fuji (Glyzinien) berühmt, sondern auch für die vielen Schildkröten, die dem Schrein auch als Namensgeber dienen. (Wörtlich übersetzt bedeutet Kameido so viel wie "Schildkrötenhaus") Die persönliche Zauberkraft des Schreins, der - wie viele andere auch - Sugawara no Michizane geweiht ist, liegt in Glücksbringern, die erfolgreiches Bestehen von Prüfungen herbeiführen sollen.
(Sugawara no Michizane war ein Gelehrter, Poet und der Anführer des Sugawara-Klans im Japan des 9. Jahrhunderts, wurde aber wegen einer Intrige seines Rivalen Fujiwara vom kaiserlichen Hof Kyôto nach Kyûshû versetzt, wo er 2 Jahre später starb und aus Angst vor seinem Rachegeist wurden verschiedene Schreine ihm zu Ehren geweiht. Sugawara no Michizane erhielt posthum den Status eines Gottes (kami) mit dem Namen "Tenjin". Der älteste Tempel zu Ehren Michizanes (bzw. um dessen Rachegeist zu besänftigen) ist der Kitano Tenman-gû in Kyôto.)

Viele kleine Schildkröten

Aber abgesehen davon natürlich gibt es auch andere o-mamori (Glücksamulette), wie zB für die Obligatorischen für Heirat, Glück, Vermeiden von Autounfällen usw, und ein eigenes Fuji-O-Mamori ist auch erhältlich. Beim Fuji Matsuri gibt es neben den Fuji und Schildkröten und dem heuer neu dazugekommen Tokyo Skytree, den man sehr gut von Kameido aus sehen kann, viele verschiedene Attraktionen. Teeverköstigung und die üblichen Matsuri-Standln dürfen natürlich auch nicht fehlen. Heute hat eine Frau einen dressierten Affen vorgeführt und viele dressierte Affen haben auf ihr Kommando geklatscht.

Fuji mit Tokyo Skytree im Hintergrund
In dem Bezirk Kameido, der ja zur "Unterstadt" (shitamachi) Tôkyôs gehört, leben auffällig viele alte Menschen, die auch beim Fuji Matsuri nicht fehlen. Deswegen war heute - trotz normalem Wochentag - sehr viel los, aber das praktische an Pensionisten in Japan ist, ist dass sie für zu Abend essen möchten und deswegen war nach einem kurzen Abstecher zu zwei kleinen Friedhöfen in der Nähe der Schrein weniger besucht als noch ein paar Stunden zuvor.

Wer sich mehr für den Kameido Tenjin Schrein interessiert, findet hier die Homepage: Kameido Tenjin English - Kameido Tenjinsha Japanisch

Noch ein paar Bilder von den schönen Fuji:


Der Kameido Tenjinsha ist auch berühmt für seine roten, Trommelförmigen Brücken, die auch in Yoshida Hiroshis Holzdrucken verewigt wurden.


Wieder einmal der Tokyo Skytree


Kameido Tenjinsha - Vorderansicht

Fuji




Dieses Jahr blühten beim Fuji Matsuri nur die violetten Fuji, diesen weißen Fuji Stock hab ich unweit vom Tempel entfernt im Bonsai-Modus gefunden :D

viele kleine Affen

Überall Schildkröten

Der einzige (noch blühende) weiße Glyzinienbaum im Kameido Tenjinsha, dahinter der Skytree

Auch auf dem Gehweg wurde der Kameido Tenjinsha verewigt

Schildkröten aus süßem Gebäck, darauf steht "Danke Mama" - passend zum kommenden Muttertag

Statue im Fumonin, in der Nähe des Kameido Tenjinsha

Das Grab des Schriftstellers Itô Sachio

2011/04/29

Golden Week - Richtung Haneda Airport

Heute hat die Golden Week begonnen! Die GW ist eine glückliche Aneinanderreihung von Feiertagen und möglichen Fenstertagen, die es den Japanern dieses Jahr erlaubt, ca. 10 Tage urlaub zu nehmen! Wie mein Freund meinte "dieses Jahr haben wir unglaublich lange frei!" tja.. Japaner haben "unglaublich" lange frei. Vor ca 3 Jahren in meinem Austauschjahr sind die Feiertage der GW auf ein Wochenende gefallen, wodurch genau 2 Tage frei wurden. :( Also, je nach dem ob das gülderne Wöchlein gut liegt oder nicht, kann man wirklich auf Urlaub gehen.

Meist begibt sich in der GW das ganze Land auf Reisen innerhalb und außerhalb Japans, dieses Jahr sind jedoch die Buchungen zurückgegangen und die Stornierungen gestiegen - was Reisen innerhalb Japans betrifft. Die Reisen ins Ausland sind ein wenig zurückgegangen.
Verständlicherweise sind wegen des Erdbeben-Tsunami-AKW-Unglücks viele Ferienorte ausgefallen und die Reiselaune der Japaner, die von all dem eigentlich nicht wirklich betroffen sind, ist auch erheblich gesunken.
Daher sind viele Hotels und sonstige Angebote billiger als sonst geworden, mancherorts bis zu 70%.
Wir selbst planen erst nach dem Ende der GW gegen 8.Mai herum uns ein Mietauto zu nehmen und zur Halbinsel Izu etwas weiter in den Süden zu fahren. Auto kostet dann nur ca 100 Euro für drei Tage, was sehr sehr billig ist. :D

Unterwegs sind wir einem urigen und riesigen Fuji-Baum begegnet. :D

2011/04/24

Tama River 50km Course

Heute gings endlich daran, das neue Rad auszuprobieren. GIANT Escape R3 - in Schwarz. In der Nähe gibt es eine tolle Radstrecke entlang dem Tama-Fluss - entweder in Richtung Meer bzw. Haneda Flughafen oder in Richtung Westen Tokyos, sprich Berge.
Wir sind am Vormittag los und unterwegs konnte man sogar den Fuji sehen! Hat mich gewundert! Ein wenig später sind dann die Wolken aufgezogen und schon war er wieder weg für den restlichen Tag.

GIANT Escape R3 :D

2011/04/21

Hanami

Der Frühling kommt nur zaghaft hervor, die meiste Zeit lässt er ziemlich auf sich warten. Auch sind bereits fast alle Kirschblüten - bis auf die Yaezakura - verblüht. Aber dennoch hier ein paar Bilder von einem Hauch von Hanami in Kyoto und Kanagawa.

Kyoto - Kôzan-ji

2011/04/14

Zurück in Tokyo

Wir sind wieder zurück in Tokyo. Am 8.4. ging der Flug via Amsterdam, wo an dem Tag scheinbar ein Amoklauf in einem Einkaufszentrum war. Egal wo ich hingeh, Action rund um die Uhr. :(
Samstag in der Früh sind wir am Internationalen Flughafen in Osaka angekommen, die Putzfrau der Smoking Area meinte, dass jetzt viel weniger Gäste am Flughafen wären als sonst, vor allem Ausländer fehlen.
Vom Flughafen weg gings mit einem Mietauto nach Kyoto, schnell einkaufen: In Kansai ist es auch so, dass in Supermärkten (die billig und in der Nähe von eifrigen Hausfrauen sind) Wasser in 2L Flaschen kaum erhältlich ist. Sonst sind sie auf 2x2L Flaschen pro Person rationiert. Wir sind auch kurz Richtung Arashiyama gefahren und im Kombini in der Gegend dort gabs Wasser im Überfluss.