2012/09/18

Inselstreit - jeder gegen jeden

In letzter Zeit herrscht wieder Unruhe in Ostasien. Genauer gesagt geht es wieder einmal um ein paar (unbewohnte) Inseln, die von allen in der Gegend beansprucht werden. Japan, Südkorea, China und Taiwan streiten sich mal um die Senkaku Inseln im Ostchinesischen Meer (尖閣諸島 chinesisch: Diàoyútái Qúndǎo) (Japan VS China VS Taiwan) oder mal um Takeshima im Japanischen Meer (竹島、auf Deutsch: Liancourt-Felsen, koreanisch: Dokdo) (Japan VS Südkorea).

"Takeshima gehört Japan" steht auf dem Plakat

Alle beanspruchen diese unbewohnten Inseln für sich, nicht weil sie so malerisch im Mitten von Unmengen von Wasser liegen, sonder weil sich je größer das Staatsgebiet ist, desto größer auch die Fischfangrechte werden. Und natürlich gibt es auch Erdöl und sonstige Rohstoffe, die um die Inseln herum vorhanden sein sollen. 

2012/09/03

Utsukushigahara & Norikura - Kühe, Bimsstein und Bären

Freilandkühe im Nebel auf Utsukushigara *g*
Bei dem kurzen Ausflug nach Nagano ging es auch in die umliegenden Berge von Matsumoto. Am zweiten Tag sind wir mit einem Mietauto kurz nach Utsugushigahara (美ヶ原) gefahren, aber wegen des schlechten Wetters und wenig Zeit blieb es nur bei einem kurzen Aufenthalt auf der Berghütte, von der der Wanderweg weiterführen würde. Unterwegs gab es einige Freiland-Kühe (ja, auch sowas findet man hie und da in Japan) zu sehen und auf der Hütte konnte man auch Milch von eben diesen bestellen. Bei gutem Wetter hätte man theoretisch eine tolle Aussicht auf Matsumoto, leider war es nebelig, so dass die gegenüberliegenden Berggipfel und das Tal nur erahnen konnte.
 
Unterwegs zum Gipfel von Utsukushigahara gabs einen kleinen See mit Mini-Torii :)

Nach dem kurzen Abstecher nach Utsukushigahara ging es weiter nach Norikura (乗鞍岳, norikura-dake), wo wir in einem Ryôkan übernachtet haben. Leider war es ein bißchen sehr teuer, da wir kurzfristig gebucht hatten und genau zur Obon-Zeit ziemlich viel ausgebucht war. Das Essen war aber wie immer für einen Ryôkan prächtig, ins dazugehörige Onsen bin ich aber nicht gegangen. 

Berghütte auf dem Norikura-dake

2012/08/14

Burg Matsumoto - die Krähenburg

Burg Matsumoto bei Nacht
Wir wollten schon öfters nach Nagano bzw. Matsumoto fahren, jedoch kam immer irgendetwas dazwischen. Aber letztendlich haben wir es doch geschafft, der trägen schwülen Sommerhitze Tôkyôs (von mir auch Moloch Tôkyô genannt...) zu entfliehen und für ein paar Tage einen kühlen Abstecher nach Nagano, genauer gesagt nach Matsumoto, zu machen.

Vermeintlich kühl muss man dazu sagen, denn in der Stadt Matsumoto hatte es doch 35°C, jedoch fehlte die für Japan typische Schwüle und so fiel es (mir) nicht besonders auf. Die berühmteste Sehenswürdigkeit in Matsumoto ist wohl die Burg Matsumoto, die vom Bahnhof aus leicht zu Fuß erreichbar ist und von einem wunderschönen Park umgeben ist, den man auch nachts betreten kann.

2012/08/04

Endlich Ferien!

Der Juli ist endlich vorbei und nach einer arbeitsintensiven Woche ging's endlich ab in die Ferien!
Letzten Monat ging es drunter und drüber.

Die letzten Ajisai des Jahres im Jindai-ji
Zu Monatsbeginn war eine Freundin aus Ôsaka bei uns. Wir sind gemeinsam in den Jindai-ji in Chôfu gegangen, es blühten sogar noch ein paar Ajisai (Hortensien) und wir haben in einem kleinen Töpferladen Schüsseln und Schalen bemalt. 

2012/07/18

No Nukes Demo 7.16 - Bilder und Videos

Veranstalter der Demo: Sayonara Nukes (Sayonara Genpatsu)
Hier sind ein paar Bilder und Videos von der Demo vom 16. Juli im Yoyogi Park. Da ich nur mit der Videokamera fotografiert habe, ist die Qualität leider dementsprechend geworden. Auch sind leider die Videos verwackelter als ich gedacht hätte. Ich entschuldige mich für meine zittrigen Hände.


Das nächste Mal wird ein Stativ mitgenommen, das ist vor allem dann nützlich, wenn man anständige Videos der Ansprachen machen möchte. 
In den Videos habe ich versucht so gut wie möglich die Atmosphäre der Demonstration einzufangen. Es waren unglaublich viele Menschen da, und überwiegend die ältere Generation machte sich gegen Atomkraft stark. Allerdings waren auch viele junge Leute und junge Familien mit Kindern dabei. Kurz gesagt, gewöhnliche Bürger Japans. 
Rechtsradikale konnte ich auch keine ausmachen, aber es war wirklich so groß, dass die wohl nicht überall sein konnten. Die meisten Demonstrationszüge gingen leise durch die Straßen und die Ansprachen auf Bühne eins waren toll und bewegend. 
Ich werde ein paar der Reden (Sakamoto, Ôe, Ochiai und ev. noch eine) übersetzen, sobald ich Zeit dazu habe!
Nun zu den Videos:

2012/07/17

Wenn Sakamoto Ryûichi und Ôe Kenzaburô sprechen...

... dann kommen 170.000 um ihnen zuzuhören. Aber nicht nur zum bloßen Lauschen einiger Worte japanischer Berühmtheiten, sondern auch zum Demonstrieren.

Luftaufnahme von Bühne 1 im Yoyogi Park

Heute war es wieder einmal so weit. Ein Feiertag (der Tag des Meeres) und strahlender Sonnenschein bei 32°C haben es ermöglicht, dass sich Tausende von Menschen im Yoyogi Park in Shibuya, Tôkyô versammeln konnten. Ich habe auch vorbeigeschaut, vor allem weil ich Ôe Kenzaburô sprechen hören wollte. Allerdings ist Ôe kein allzu guter Redner (was der Grund ist, weswegen er Schriftsteller wurde) und so hat er nur leise in das Mikrophon geflüstert und die fünf Hubschrauber, die über dem Park ihre Runden gezogen haben haben noch zusätzlich zur Lärmkulisse beigetragen.
 
Der Nobelpreisträger Ôe Kenzaburô spricht auf der Pressekonferenz vor der heutigen Demo

2012/07/01

Wiederinbetriebnahme des AKW Ôi - 17.000 bis 200.000 Demonstranten vor der Residenz des Premierministers Noda

Vielleicht haben es schon die Leute, die regelmäßig japanische Zeitungen lesen, (mittlerweile) erfahren:
Seit einigen Wochen gibt es im ganzen Land Demonstrationen gegen die geplante Wiederinbetriebnahme des AKW Ôi in der Präfektur Fukui (in dessen 50 km Radius sich die Städte Kyôto und Ôsaka befinden). 

Demonstranten versammeln sich vor und um die Residenz des Premierministers in Tôkyô
29. Juni 2012
geschätzte 17.000 bis 200.000 Teilnehmer

Das AKW Ôi soll heute, am 1.7.2012, wieder den Betrieb aufnehmen, da "genügend Sicherheit" gewährleistet ist und Noda, der derzeitige Premierminister, so fein ist und persönlich die Verantwortung trägt. Das wurde am 13. Juni 2012 beschlossen.
Wie auch immer Noda sich das so vorstellen mag, überzeugen konnte er nicht alle und daher kam es zu einigen Demonstrationen vor der Residenz des Premierministers in Tôkyô und in der Nähe seines Privatwohnsitzes in Funabashi, Chiba. (eine Chronologie der bisherigen Demos vor der Residenz befindet sich weiter unten)