2013/03/11

2 Jahre danach...

Heute vor 2 Jahren - am 11. März 2011 - ereignete sich um 14:46 das Tohoku-Erdbeben, welches eine Magnitude von 9,0 erreichte. Die meisten der fast 19.000 Toten und Vermissten forderte allerdings nicht das Erdbeben, sondern der Riesen-Tsunami, der sich von der Pazifik-Küste Nordjapans bis in den Süden sogar einige Teile der Präfektur Chiba verwüstete. Dem Tsunami folgten am 12. März die Störfälle - Wasserstoffexplosionen - im AKW Fukushima I. 

Weiße Pflaumenblüten
Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade erst ein paar Tage in Japan angekommen, um hier mit meinem Freund ein neues Leben aufzubauen. An das Erdbeben (welches ich in Kawasaki natürlich weniger schrecklich in Erinnerung habe), aber vor allem an die Tage danach möchte ich mich nicht zurückerinnern. Obwohl es natürlich Nichts ist, im Vergleich zu dem, was die Menschen in der direkt von der Katastrophe betroffenen Regionen erlebten. Auch kann ich mir keine Dokumentationen über den Tsunami ansehen, die das ganze Jahr über, aber besonders jetzt zu dieser Zeit vermehrt, im japanischen Fernsehen gibt. 

Dieses Wochenende fand erneut eine Demo gegen Atomkraft statt. Wieder im Yoyogi-Park, aber ich konnte nicht hingegehen. Am 9. März hielt Schriftsteller und Nobelpreisträger Ôe Kenzaburô eine Rede gegen Atomenergie auf der Demonstation. 
Ein Video zu einer Nachrichtensendung über die Demo und die Rede von Ôe findet man hier. 


Und hier von TBS


Vom 9. bis 11. März finden im ganzen Land an verschiedenen Orten Demonstrationen gegen Atomkraft statt. 

Zwei Jahre nach der Natur- und Reaktorkatastrophe geht der Wiederaufbau im Norden Japans nur schleppend voran. Während man in Tôkyô und andernorts rasch wieder zum alltäglichen Trott, hie und da gespickt mit "Kizuna" oder "Ganbaro Nippon" Rufen, übergegangen ist, sieht die Situtation im Nordosten anders aus. 

Eine interessante Reportage über das Leben in den am schlimmsten vom Tsunami und Reaktorunfall betroffenen Gebieten hat die Neue Züricher Zeitung unter dem Titel "Keine Zeit für Wut - Vier Schicksale zwei Jahre nach 'Fukushima'" zusammengestellt. Bislang das beste, was ich zu dem heutigen Jahrestag der Katastrophe in den deutschsprachigen Medien gefunden habe. 


2013/03/07

Zaghafter Frühlingsbeginn...

Pflaumenblüte...
Letzten Freitag gab es einen sehr starken Sturm, der auch 春一番 (haru ichiban) genannt wird. Es ist der erste warme Sturm, der den herannahenden Frühling ankündet. Die Ankündigung war allerdings nur kurz, denn Tags darauf war es wieder eisig kalt. Dies hat sich zu Wochenbeginn geändert, die Pflaumenblüten blühen schon hie und da ganz prächtig und heute hatte es angenehme 19°C, morgen soll es sogar bis zu 21°C haben!

Das soll mir nur ganz recht sein, denn das Haus, in das wir umgezogen sind, ist ein Holzhaus, und die sind im Winter ziemlich kalt! Dafür dürfte man den japanischen Sommer kühl und halbwegs schimmelfrei verbringen. :D

Sumi hat sich an ihre neue Umgebung bereits wunderbar gewöhnt. Sie bellt die Nachbarn nicht mehr aus, pennt die ganze Zeit in der Sonne im Garten, geht viel Spazieren (es gibt eine Unmenge an Parks in unserer Nähe) und liebt den Noppe heiß und innig. Die beiden verstehen sich am besten von allen. Vor ein paar Tagen hat sich Loki auch einmal zu Sumi hingelegt, aber sonst streiten sie die meiste Zeit miteinander (der Streit geht immer von Loki aus). 


Nur 5 Minuten von zu Hause entfernt...
Alles ganz gut, nur Chibi ist ja nicht mit von der Partie. Als mein Freund noch ein letztes Mal in die alte Wohnung ging, um ein paar Sachen zu holen und dem Vermieter die Schlüssel zu übergeben, hat er Chibi im Garten nebenan sitzen gesehen. Sie hat nicht mehr auf seine Rufe reagiert und sah ihn ganz merkwürdig an. Nebenbei gesagt ist sie ganz schön ausgefressen, dafür, dass sie den ganzen Winter im Freien verbracht hat. Ich nehme an, sie wird gut von den Leuten herum gefüttert und mein Freund will sie jetzt auch manchmal füttern gehen...


Weitere Fotos:

2013/02/23

Umzug!

Morgen ist der letzte Tag vom Umzug, dann muss alles, was mit dem Auto transportiert werden muss, draußen sein. Im Moment bin ich noch beim Zusammenpacken der Bücher, das sich als eine schier unendliche Aufgabe herausstellt. Zwei Bücher-Messies auf einem Haufen sind nicht gut....

Letzten Sonntag wurden bereits die ersten Möbel und vor allem das Katzengetier in das neue Haus gebracht. Übrigens, wir ziehen von Kawasaki nach Tôkyô, weil es dort - plötzlich unerwartet - ein großes Haus zum Mieten gab, das ungefähr 5,000 Yen (= ca. 50 Euro) mehr kostet als unsere jetzige Mini-Wohnung. Da muss man natürlich gleich zuschlagen.

Die Katzen sind bereits verpackt und transportfähig
Sumi hat unendlich viel geweint, als wir die Katzen ins Auto getragen haben. Aber zwanzig Minuten später war sie mit ihren Spielsachen (wir vermuten, dass Sumi die Katzen als ihr Spielzeug ansieht) wieder vereint und happy. Loki hat sich sofort irgendwo hin verkrochen, die anderen beiden, Noppe und Moshe, waren aber noch ängstlich und blieben in der Box. Deswegen hat sich Sumi zu ihnen hineingekuschelt! Unglaublich, denn in der Box war sie seit dem Flug nicht mehr und eigentlich dachte ich, dass sie da nie wieder hinein gehen wird. O.o

Sumi steht den Katzen bei

Das Haus und der Garten gefallen dem Pelztier sehr gut. Der Garten muss noch ausbruchssicher gemacht werden. Morgen helfen uns bei der Schwerstarbeit drei Freunde, dann gibt es eine erste Home-Party. ^^

Da wir vor dem Umzug recht im Stress waren, konnten wir das Internet für das neue Haus nicht rechtzeitig anmelden. Die erste Woche werde ich also noch ohne Verbindung zum Netz sein. 

Der neue Garten gefällt ihr auch
Ich freue mich natürlich auf das große schöne Haus, aber der Ort, an dem wir die letzten 2 Jahre verbracht haben, war total heimlig und wundershön. Schade, dass wir hier kein geeignetes Haus gefunden haben... Und mit dem Umzug raus aus Kawasaki bzw. raus aus dem jetzigen Ort werden wir uns wohl für immer von Chibi verabschieden müssen. Seit sie im August abgehauen ist, ist sie ja noch eine Weile im Garten und um unsere Wohnung herumgegurkt, aber über den Winter und als wir aus Österreich zurück gekommen sind dürfte sie verschwunden sein. Ich habe den Verdacht, dass unsere Nachbarn sie reingeholt haben. Sollte es wirklich so sein, dann geht es Chibi gut und sie hat ein neues liebevolles Zuhause. Das ist natürlich das Wichtigste, allerdings wird sie uns abgehen.... 

2013/02/15

Happy Valentine!

Allen noch nachträglich einen schönen Valentinstag!


Wann merkt man, dass es langsam Frühling wird?
Wenn es wieder Sakura Zeugs gibt! ^^


Ab morgen wird gesiedelt, wir ziehen aus der kleinen Wohnung in ein großes Haus um. Leider ändert sich dafür die Gegend, was natürlich Vor- sowie Nachteile hat. Mir hängt Inadazutsumi schon sehr am Herzen, vielleicht kommenw ir ja irgendwann wieder zurück. Es ist ja schon ein schmucker Ort mit vielen tollen Lokalen, relativ wenig Kettenrestaurants und viel Grün und Flüsse. Der neue Wohnort ist auch auch schön, mit viel Grün und vielen Parks! Weiter draußen, aber dafür nicht Kanagawa, sondern Tôkyô. 

Auf jeden Fall freu ich mich schon und kann's kaum erwarten! Wenn der Umzug vorbei ist steht auch schon der Frühling in Japan mit samt seiner schönen Kirschblüte an! Ich glaube, dieses Jahr wird ein schönes Jahr werden! o(^____^)o

2013/01/21

Wie Hund und Katz'

Dass das Sprichwort "Sie verstehen sich wie Hund und Katz'" (= nämlich gar nicht) in Japan anders lautet, und zwar "Sie verstehen sich wie Hund und Affe" (= nämlich gar nicht, auf Japanisch: 犬猿の仲, ken'en no naka) ist anhand dieses Bildes ersichtlich:

Von oben nach unten: Loki, Moshe, Noppe und Sumi (im Katzenkörbchen O.o)

Sumi ist erst seit zwei Wochen in Japan, versteht sich aber - für ihre Verhältnisse! - bereits sehr gut mit den Katzen. Meine liebe Maus ist nämlich eine ganz eigenwillige und verträgt sich auch kaum mit anderen Hunden. Gerade mal den Hund meiner Schwester hat sie akzeptiert, allerdings krachen die beiden auch oft aneinander (Futterneid). 

2013/01/14

Sieben Namen des Schnees

Schnee in Tôkyô ist eher eine Seltenheit und heute war es so weit. Seit den Morgenstunden schneit es unaufhörlich dicke Flocken, aber morgen soll der ganze "Spuk" bereits vorbei sein - der typische Tôkyô-Winter mit Plusgraden und Sonnenschein kommt zurück.

Kamelienblüten im Schnee

Dementsprechend unvorbereitet trifft es die Leute an der Pazifikküste auch immer, wenn es mal doch schneit. Und dieses Mal ist es sogar ziemlich viel Schnee.

Schnee in Tôkyô? Wenn's nach Sumi ginge: Verbieten!

Anders in Aomori oder anderen Präfekturen Nordjapans. In Aomori gibt es sieben Namen für Schnee, die Niinuma Kenji (新沼謙治) in seinem Lied Tsugaru Koi'onna (津軽恋女) aus dem Jahr 1987 besingt.

2013/01/07

Sumi in Japan o(^.^)o

Die Neujahrsfeiertage habe ich genutzt, um meinen Hund nach Japan mitzunehmen. Begonnen hat das Prozedere bereits im März letzten Jahres (Blutprobenanalyse etc) und eigentlich war es geplant, den Hund im September mitzunehmen, aber mangels Urlaub wurde das nun auf jetzt verschoben. 

Mein kuroshiba Sumi posiert vor einem Schrein-torii
Und alles hat prächtig geklappt! Die Behördengänge in Österreich waren nicht einmal soo problematisch und da alle Formulare etc gepasst haben, wurde in Narita nur kontrolliert, ob der Chip passt und dann durften wir gehen. Den Flug hat Sumi scheinbar auch so halbwegs überstanden, denn sie hat - als sie mir übergeben wurde - vor lauter Freude hysterisch herumgeschrieen, so wie sie das immer macht. O.o (Die umherstehenden Menschen dachten allerdings, sie würde vor lauter Angst so schreien... das war falsch aber naja... -_-") 

Sumi inspiziert einen kleinen Inari-Schrein
unweit des Flughafens Narita

Wir waren auch schon spazieren, und sie frißt und trinkt brav, ist sowieso mehr überdreht, manchmal döst sie neben mir herum. Jetzt müssen wir "nur" noch den Hund und die Katzen aneinander gewöhnen. Moshe hat da kein Problem, Sumi ist sich noch nicht sicher, ob Moshe Freund oder Feind ist, da sind beide Gefühle vorhanden, so wie's aussieht. Und Noppe und Loki kommen für's Erste aus ihren Verstecken nicht hervor. 
Aber wir hatten ja schon einmal einen Shiba Inu bei uns, somit wissen zumindest die Katzen, was auf sie zukommen wird.

Mit Sumi in Japan bedeutet es auch, dass dieser Blog nun um eine Hunde-Kategorie größer wird; später werde ich sie noch genauer vorstellen, aber jetzt bin ich zu müde. ^^; Und worauf demnächst mein Hauptaugenmerk liegen wird: Reisen mit Hund in Japan! Ein ganz wichtigtes und schwieriges Thema!