2013/04/07

Takao-san & Kirschblütenregen

Sumi am Takao-san
Letzte Woche Freitag ging es auf den Takao-san, der sozusagen der Hausberg Tôkyôs ist und sich in der Stadt Hachiôji befindet. Von unserem neuen Heim aus dauerte es mit dem Auto nur ca 40 Minuten. Da ja jetzt Sumi bei uns ist, werden von nun an die Ausflüge mit Hund immer mit einem Auto bestritten.
Über den Takao-san habe ich bereits ein paar Mal ausführlicher in diesem Blog geschrieben (Nachlese: Takao-san: Unter den Schwingen des Tengu und Vom Jinbasan zum Berg Takao)

Das Wetter war wieder einmal nicht so toll, aber wenigstens regnete es nicht. Denn dieses Jahr war die Kirschblütenzeit ziemlich verregnet und kalt. Immerhin wurden im Gegensatz zu Österreich hier in Japan zu Ostern keine Schneemänner gebaut. :P Auch was Gutes. 
Kein Regen und angenehme milde Temperaturen, aber dafür war der Himmel  bewölkt, weswegen man kaum gute Fotos machen konnte (ganz zu schweigen von einer Aussicht...) und die Kirschblüten am Takao-san sind noch nicht am Blühen, dafür waren es die, die sich am Fuße des Berges befunden haben. :P Aber Sumi hat es viel Spaß gemacht und uns natürlich auch, obwohl aussergewöhnlich viele Leute unterwegs waren.

Ein paar Kirschblüten

2013/04/02

Wieder Student o(^_^)o

Gestern, am 1. April, habe ich meinen Studentenausweis abgeholt. Nein, das ist kein Aprilscherz, diese Tradition gibt es in Japan kaum. ;P Am 15. Jänner habe ich  mich an die Aufnahmeprüfung für die Tôkyô Metropolitan University (首都大学東京) gewagt und als einzige bestanden. (Die anderen beiden, die die Prüfung versucht haben, waren ebenfalls Ausländer - Chinesen, kein einziger Japaner ist angetreten...) Am 28. Feber hatte ich dann das Ergebnis und konnte die Inskriptionsfomralitäten erledigen - und seit gestern bin ich nun offiziell Student. o(^___^)o

Tôkyô Metropolitan University und Kirschblüten

Zwar habe ich bereits einen Magister von der Japanologie in Wien, allerdings reicht dieser nicht aus, um an der TMU direkt in das PhD Studium einzusteigen, denn ich möchte nicht Imaginäre Kultur (表象) machen, sondern - wie es schon immer mein Wunsch war, japanische Literatur. Und dazu gab es an der Japanologie Wien (zu meiner Zeit) leider keinerlei Kurse oder sonstiges, dass irgendwie auch nur ansatzweise damit zu tun hätte. Somit tauche ich jetzt auch in neues Gebiet ein und bin ein bißchen nervös. Also, seit gestern bin ich offiziell Student an der TMU und im Mag.studium für Japanische Literatur. ^^

Sumi bei der Kirschblütenallee vor der TMU
- mit einem Sakurakrönchen




2013/03/24

Kirschblütenzeit in Tôkyô eröffnet ^^

Letzten Samstag, am 16. März war es so weit! In Tôkyô wurde offiziell die Kirschblütenzeit eröffnet, weil 20 Kirschbäume in Japans Hauptstadt bereits in voller Blüte standen.
 
Kirschblüten-Vorschaut für den Frühling 2013 ^^

Dieses Wochenende sieht es sogar noch besser aus (abgesehen vom bewölkten Wetter), im Zentrum Tôkyôs, wo es natürlich wärmer als in den Außenbezirken ist, stehen die Kirschblüten bereits in voller Pracht und locken viele Besucher an. 

Pink stellen sich die meisten Europäer die Kirschblüte in Japan vor
Bei mir in der näheren Umgebung sind auch ein paar Kirschbüume plötzlich über Nacht in voller Blüte gestanden, aber die meisten lassen noch auf sich warten. Die meisten sind eher später blühende Sakura oder Yamazakura, Bergsakura, die noch später als die üblichen Kirschblüten blühen.

Je nach Art ist die Färbung anders, die meisten sind allerdings weiß
Auf jeden Fall wieder einmal ein schönes Schauspiel und mein kleines Sakura-Bäumchen, das ich von meinem Freund geschenkt bekommen habe, blüht auch bereits fleißig. ^^

Sumi mit meinem kleinen Sakura-Bäumchen

Die Kirschblüte Ende März Anfang April leitet auch das neue Jahr ein, denn Schul-, Uni- und Arbeitsjahr beginnen in Japan ab dem 1. April. Stimmungsmäßig finde ich das auch besser, ein neues Arbeitsjahr in der Zeit der Kirschblüte zu beginnen als in der Zeit von trüben und regnerischen Herbsttagen, wie es in Österreich der Brauch ist. XD

Weitere Sakura-Fotos: 

2013/03/18

Ein kleiner Waldgang


Letztes Wochenende sollten wir Besuch von einer Freundin aus Ôsaka bekommen, aber sie wurde plötzlich krank und musste absagen. Geplant war, dass wir zu Dritt mit Sumi am Takao-san wandern gehen. Da das Auto schon gemietet war (in Japan dürfen Hunde nur in einer Box mit dem Zug fahren und Sumi ist dafür zu groß und ihre Box sowieso...), haben wir beschlossen, nur zu Zweit und mit dem Hund in die Berge in der Gegend Tanzawas, Kanagawa, zu fahren. 

In der Region Tanzawa, Kanagawa
Eine richtige Wanderung wurde es dennoch nicht, da ich (auch jetzt) wegen einer Erkältung nicht wirklich anstrengende Sachen machen kann, also wurde es ein kleiner, gemütlicher Waldspaziergang. Sumi hat's auf jeden Fall Spaß gemacht. Das nächste Mal soll es dann wirklich der Takao-san werden. :D

Trübe Aussicht
Den ganzen Tag ging ein starker Wind und trotzdem (oder gerade deswegen?!) war es ziemlich dunstig und man hatte keine gute Aussicht. Einerseits ist das ein Zeichen dafür, dass der Frühling ansteht und die Zeit der klaren, kalten Winterluft, die für eine gute Aussicht zuständig ist, vorbei ist. Andererseits wird jetzt auch in Japan stark die Luftverschmutzung Chinas thematisiert und ein paar Mal soll die chin. Luftverschmutzung sogar Tôkyô erreicht haben. (Obwohl West-Japan mit Kyûshû und der Ôsaka-Region wesentlich belasteter ist). Aber ich glaube, an dem Tag war es einfach  nur der Frühlingsdunst. Zumindest kam nichts Spezielles in den Nachrichten.

Weitere Bilder:

2013/03/11

2 Jahre danach...

Heute vor 2 Jahren - am 11. März 2011 - ereignete sich um 14:46 das Tohoku-Erdbeben, welches eine Magnitude von 9,0 erreichte. Die meisten der fast 19.000 Toten und Vermissten forderte allerdings nicht das Erdbeben, sondern der Riesen-Tsunami, der sich von der Pazifik-Küste Nordjapans bis in den Süden sogar einige Teile der Präfektur Chiba verwüstete. Dem Tsunami folgten am 12. März die Störfälle - Wasserstoffexplosionen - im AKW Fukushima I. 

Weiße Pflaumenblüten
Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade erst ein paar Tage in Japan angekommen, um hier mit meinem Freund ein neues Leben aufzubauen. An das Erdbeben (welches ich in Kawasaki natürlich weniger schrecklich in Erinnerung habe), aber vor allem an die Tage danach möchte ich mich nicht zurückerinnern. Obwohl es natürlich Nichts ist, im Vergleich zu dem, was die Menschen in der direkt von der Katastrophe betroffenen Regionen erlebten. Auch kann ich mir keine Dokumentationen über den Tsunami ansehen, die das ganze Jahr über, aber besonders jetzt zu dieser Zeit vermehrt, im japanischen Fernsehen gibt. 

Dieses Wochenende fand erneut eine Demo gegen Atomkraft statt. Wieder im Yoyogi-Park, aber ich konnte nicht hingegehen. Am 9. März hielt Schriftsteller und Nobelpreisträger Ôe Kenzaburô eine Rede gegen Atomenergie auf der Demonstation. 
Ein Video zu einer Nachrichtensendung über die Demo und die Rede von Ôe findet man hier. 


Und hier von TBS


Vom 9. bis 11. März finden im ganzen Land an verschiedenen Orten Demonstrationen gegen Atomkraft statt. 

Zwei Jahre nach der Natur- und Reaktorkatastrophe geht der Wiederaufbau im Norden Japans nur schleppend voran. Während man in Tôkyô und andernorts rasch wieder zum alltäglichen Trott, hie und da gespickt mit "Kizuna" oder "Ganbaro Nippon" Rufen, übergegangen ist, sieht die Situtation im Nordosten anders aus. 

Eine interessante Reportage über das Leben in den am schlimmsten vom Tsunami und Reaktorunfall betroffenen Gebieten hat die Neue Züricher Zeitung unter dem Titel "Keine Zeit für Wut - Vier Schicksale zwei Jahre nach 'Fukushima'" zusammengestellt. Bislang das beste, was ich zu dem heutigen Jahrestag der Katastrophe in den deutschsprachigen Medien gefunden habe. 


2013/03/07

Zaghafter Frühlingsbeginn...

Pflaumenblüte...
Letzten Freitag gab es einen sehr starken Sturm, der auch 春一番 (haru ichiban) genannt wird. Es ist der erste warme Sturm, der den herannahenden Frühling ankündet. Die Ankündigung war allerdings nur kurz, denn Tags darauf war es wieder eisig kalt. Dies hat sich zu Wochenbeginn geändert, die Pflaumenblüten blühen schon hie und da ganz prächtig und heute hatte es angenehme 19°C, morgen soll es sogar bis zu 21°C haben!

Das soll mir nur ganz recht sein, denn das Haus, in das wir umgezogen sind, ist ein Holzhaus, und die sind im Winter ziemlich kalt! Dafür dürfte man den japanischen Sommer kühl und halbwegs schimmelfrei verbringen. :D

Sumi hat sich an ihre neue Umgebung bereits wunderbar gewöhnt. Sie bellt die Nachbarn nicht mehr aus, pennt die ganze Zeit in der Sonne im Garten, geht viel Spazieren (es gibt eine Unmenge an Parks in unserer Nähe) und liebt den Noppe heiß und innig. Die beiden verstehen sich am besten von allen. Vor ein paar Tagen hat sich Loki auch einmal zu Sumi hingelegt, aber sonst streiten sie die meiste Zeit miteinander (der Streit geht immer von Loki aus). 


Nur 5 Minuten von zu Hause entfernt...
Alles ganz gut, nur Chibi ist ja nicht mit von der Partie. Als mein Freund noch ein letztes Mal in die alte Wohnung ging, um ein paar Sachen zu holen und dem Vermieter die Schlüssel zu übergeben, hat er Chibi im Garten nebenan sitzen gesehen. Sie hat nicht mehr auf seine Rufe reagiert und sah ihn ganz merkwürdig an. Nebenbei gesagt ist sie ganz schön ausgefressen, dafür, dass sie den ganzen Winter im Freien verbracht hat. Ich nehme an, sie wird gut von den Leuten herum gefüttert und mein Freund will sie jetzt auch manchmal füttern gehen...


Weitere Fotos:

2013/02/23

Umzug!

Morgen ist der letzte Tag vom Umzug, dann muss alles, was mit dem Auto transportiert werden muss, draußen sein. Im Moment bin ich noch beim Zusammenpacken der Bücher, das sich als eine schier unendliche Aufgabe herausstellt. Zwei Bücher-Messies auf einem Haufen sind nicht gut....

Letzten Sonntag wurden bereits die ersten Möbel und vor allem das Katzengetier in das neue Haus gebracht. Übrigens, wir ziehen von Kawasaki nach Tôkyô, weil es dort - plötzlich unerwartet - ein großes Haus zum Mieten gab, das ungefähr 5,000 Yen (= ca. 50 Euro) mehr kostet als unsere jetzige Mini-Wohnung. Da muss man natürlich gleich zuschlagen.

Die Katzen sind bereits verpackt und transportfähig
Sumi hat unendlich viel geweint, als wir die Katzen ins Auto getragen haben. Aber zwanzig Minuten später war sie mit ihren Spielsachen (wir vermuten, dass Sumi die Katzen als ihr Spielzeug ansieht) wieder vereint und happy. Loki hat sich sofort irgendwo hin verkrochen, die anderen beiden, Noppe und Moshe, waren aber noch ängstlich und blieben in der Box. Deswegen hat sich Sumi zu ihnen hineingekuschelt! Unglaublich, denn in der Box war sie seit dem Flug nicht mehr und eigentlich dachte ich, dass sie da nie wieder hinein gehen wird. O.o

Sumi steht den Katzen bei

Das Haus und der Garten gefallen dem Pelztier sehr gut. Der Garten muss noch ausbruchssicher gemacht werden. Morgen helfen uns bei der Schwerstarbeit drei Freunde, dann gibt es eine erste Home-Party. ^^

Da wir vor dem Umzug recht im Stress waren, konnten wir das Internet für das neue Haus nicht rechtzeitig anmelden. Die erste Woche werde ich also noch ohne Verbindung zum Netz sein. 

Der neue Garten gefällt ihr auch
Ich freue mich natürlich auf das große schöne Haus, aber der Ort, an dem wir die letzten 2 Jahre verbracht haben, war total heimlig und wundershön. Schade, dass wir hier kein geeignetes Haus gefunden haben... Und mit dem Umzug raus aus Kawasaki bzw. raus aus dem jetzigen Ort werden wir uns wohl für immer von Chibi verabschieden müssen. Seit sie im August abgehauen ist, ist sie ja noch eine Weile im Garten und um unsere Wohnung herumgegurkt, aber über den Winter und als wir aus Österreich zurück gekommen sind dürfte sie verschwunden sein. Ich habe den Verdacht, dass unsere Nachbarn sie reingeholt haben. Sollte es wirklich so sein, dann geht es Chibi gut und sie hat ein neues liebevolles Zuhause. Das ist natürlich das Wichtigste, allerdings wird sie uns abgehen....