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2015/06/12

Tokyo lebenswerteste Stadt der Welt

Unglaublich, aber wahr!
Das Monocle Magazine kürte in seiner Quality of Life Survery 2015 Tokyo zur lebenswertesten Stadt der Welt!
Klingt ziemlich verrückt, wenn man an den Moloch Tokyo denkt, aber diese gigantische Stadt hat alle anderen ausgestochen, Wien wurde auf Platz 2 verdrängt. 


Warum? Tokyo bietet seinen Bewohnern und auch Besuchern eine gute Lebensqualität, vor allem in Bezug auf Kultur, Sicherheit, Speisen und Höflichkeit, heißt es im Video.
Natürlich muss man die Stadt loben, denn für ihre Größe ist sie unglaublich sauber, sicher und schön. Und tatsächlich ist auch für jeden Geschmack etwas zu haben, egal ob Kultur, Parks, Shopping, Kulinarik oder sonst was - es gibt fast nichts, was es in Tokyo nicht gibt. Nun ja, günstigen Wohnraum vielleicht...

Hier die Top 5
1. Tokyo
2. Wien
3. Berlin
4. Melbourne
5. Sydney

Weiters finden sich in den Top 20 noch die japanischen Städte Fukuoka (12) und Kyoto (14). 


2012/12/15

Kyôto Hanatôro - erleuchteter Blumenpfad in der Nacht

Vom 8. bis 17. Dezember findet an einigen auserwählten Plätzen Kyôtos die hanatôro (花灯路) - der erleuchtete Blumenlaternenpfad - statt. Genauer gesagt stehen die Blumenlaternen in der Umgebung des Arashiyama (嵐山) und des Higashiyama (東山). Letztes Wochenende sind wir uns die Blumenlaternen beim Arashiyama anschauen gegangen und haben das gleichzeitig mit einem kurzen Familienbesuch vereinbart. 

Die beleuchtete Togetsu-Brücke (渡月橋) am Fluss Oi in Arashiyama, Kyôto

2012/01/20

Kyôto Special: Zwei Kamo Schreine und wagashi Vorführung

Auch der letzte Tag in Kyôto war bis ins letzte Detail verplant. 
Oder eigentlich nicht, denn die Besuche bei den zwei Kamo Schreinen (Shimogamo Schrein und Kamigamo Schrein) standen fix auf meinem Plan, der Ausflug in ein Teehaus mit einem Meister, der vor uns und für uns jap. Süßigkeiten (wagashi) zubereitete fand ziemlich spontan statt. 

Aber das Wichtigste war ja wohl das Mittagessen: Ramen! Echt scharfer Ramen. 
Echt scharfer Ramen!
Nach einer Instant-Chicken-Ramen-Überdosis vor 7 Jahren habe ich jahrelang kein (Instant)Ramen runterbekommen und wollte auch kein einziges Mal in einem Ramen-Lokal speisen.  Bei dem (extremen) Geruch von Tonkotsu-Ramen bekomme ich noch immer einen Brechreiz. 
Jetzt hingegen wo es schön langsam ziemlich kalt geworden ist (und wohl auch einige Jahre vergangen sind), konnte mich mein Freund des öfteren dazu überreden, Ramen auswärts essen zu gehen. Es geht, aber sie sind mir meistens zu fettig und nicht scharf genug.

Und am letzten Tag in Kyôto konnte ich einen Ramen probieren, der wirklich scharf war. ;)
Zu sagen ist, dass ich extrem scharf essen kann. Ich fange weder an zu schwitzen, noch wird mir heiß, noch brennt mir die Zunge. In einer Vorstadt Tôkyôs, in Fuchû gibt es auch ein Ramen-Lokal mit extrem scharfen Ramen - ich fands ok, aber nicht scharf, während die beiden Essgenossen neben mir bereits weggestorben sind.

Wieso macht der Yakuza (?) Werbung für den scharfen Ramen?
Doch der Ramen in Kyôto von der Kette Rairai Tei (来来亭) hatte eine eine Schärfe, bei der sogar ich sage - is' scharf. :) Mein Freund könnte das Zeug überhaupt nicht Essen und die Kellner warnen einen bei der Bestellung, dass es wirklich scharf sei. Abgesehen davon werden von diesem Ramen nur 30 Portionen pro Tag ausgegeben.
Ich hatte Glück, es gab noch welche. :)

Es war irrsinnig lecker und eigentlich bin ich froh, dass ich meine Ramen-Phobie überwältigt habe. Ich hoffe nur, dass es mit der Tofu-Phobie bald auch so sein wird, doch die Überdosis liegt erst 3 Jahre zurück, wird also noch ein Weilchen dauern... 

1. Shimogamo Jinja - 下鴨神社
   Neujahrs-Event - Kemari!
2. Kawai Jinja - 河合神社
3. Kamigamo Jinja - 上賀茂神社
4. Tsuruya Yoshinobu Wagashi Vorführung - 鶴屋吉信 生和菓子実演


2012/01/09

Kyôto Special: Zu Neujahr im Kimono

Cremefarbener Furisode
mit blauen Chrysanthemen
Den ersten Schreinbesuch im neuen Jahr - auch hatsumôde genannt - hatten wir eigentlich schon in der Nacht des 1.1. in Tôkyô absolviert, als wir zum Anazawa Tenjinja gegangen sind. Prinzipiell kann man hatsumôde jedoch so oft machen, wie man möchte, also war nun hatsumôde in Kyôto angesagt.

Dafür hatte sich die Schwester meines Freundes etwas besonderes einfallen lassen - Kimono!
Ich hab zwar schon mal Yukata (浴衣) in Japan getragen, dünne (und günstige) Baumwollkimonos für den Sommer, aber einen echten Kimono hatte ich noch nie an, da erstens die Gelegenheit so etwas zu tragen fehlte und ich auch nicht wirklich einen besitze. Im Gegensatz zu einem normalen Yukata, den man schon um ca. 5,000 bis 8,000 Yen im Set (samt Obi 帯, dem Gürtel) in normalen Läden kurz vor der Yukata-Saison kaufen kann, kostet ein Kimono unmengen an Geld.  

Zwei schöne Damen im Kimono im Yasaka Jinja, Kyôto
Jedoch besitzt die Schwester meines Freundes irrsinnig viele Kimonos, da sie sowas recht gerne mag und hat mir auch ihre Kimono-Schatzkiste gezeigt. Unglaublich! Was da an tausenden und abertausenden von Euros in Stoffform in ihrem Kimono-Zimmer aufbewahrt ist! Beneidenswert. Sie macht seit kurzem auch japanischen Tanz, wobei natürlich die Gelegenheiten, einen schönen Kimono zu tragen, drastisch steigen. :P

Die Stationen des 3.1.2012:
1. Yasaka Jinja - 八坂神社
2. Noh-Theater im Kongô Nôgakudô - 金剛能楽堂
3. Higashiyama Jishô-ji/東山慈照寺 (Ginkaku-ji - 銀閣寺)
4. Philosophen Weg - 哲学の道
5. Sushi - 寿司

2012/01/07

Kyôto Special: Neujahr 2012 in Kyôto

Wie bereits mehrfach erwähnt, Neujahr ist in Japan das Familienfest schlechthin und neben der Golden Week im Mai und dem O-Bon Feierlichkeiten im August setzt zu Neujahr eine weitere gigantische Reisewelle quer durch Japan ein. 
 Deswegen ging es bei uns auch vom 2.1. bis zum 4.1. nach Kyôto, wo der Großteil der Familie meines Freundes wohnt. 

Schneelandschaft in Nagano
Zunächst ging es mit dem Shinkansen zeitig los. Den Zug hätten wir fast verpasst, aber es ging sich doch alles noch locker mit einigen Sprints aus und wir konnten auf unseren reservierten Plätzen nach Kyôto tuckern. 
 Unterwegs - genauer gesagt bei Nagano - konnte man bereits eine tief in weißem Schnee getauchte Landschaft sehen. In Kyôto selbst war aber alles noch trocken und schneelos - vorerst. :P

Wasanbon (和三盆) genannte Süßigkeiten aus purem Zucker mit Neujahrsmotiven

2011/08/19

Kyôto Special: Daimonji Gozan Feuer Festival

Brennende Berge als Wegweiser in die Unterwelt

Jährlich findet am 16. August in Kyôto das Daimonji Gozan Okuribi (大文字 五山送り火) statt. An diesem Tag endet in Japan O-Bon (お盆), welches so viel wie das japanische Pendant zu Allerheiligen ist.
Daimonji in Kyôto (Kyôto Shinbun)

Zu O-Bon (13.-15. August) fahren die meisten Japaner, nach Hause bzw. an die Grabstätten ihrer Vorfahren, um den Verstorbenen zu Gedenken. 
Sprich, ganz Japan ist unterwegs - dieses Jahr war ein besonders hohes Verkehrsaufkommen in Richtung Tohoku bzw. Fukushima zu verzeichnen, da viele, die durch Tsunami und AKW-Unfall nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können, extra an O-Bon zu den Grabstätten ihrer Familien zurückgefahren sind. Nicht nur die Autobahnen, auch Plätze in Zügen und Flugzeugen sind zu diesem Fest ausgebucht. 
Zu O-Bon kehren auch die Verstorbenen zurück zu ihren Familien, und um ihnen den Weg aus dem Reich der Toten in das der Lebenden zu erleichtern, wird ein Mukaebi (迎え火), ein kleines Feuer, entfacht. Meistens wird das mukaebi am 13. August oder 13. Juli (nach dem Mondkalender wird O-Bon am 15. des 7. Monats gefeiert, in einigen Regionen Japans beginnt O-Bon am 13. Juli und endet am 15. Juli) vor dem Haus angezündet.