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2016/07/07

Tanabata - Sternenfest

Am 7. Juli wird in Japan Tanabata (七夕) - das Sternenfest - gefeiert. An diesem Tag treffen sich die beiden Sterne Wega und Altair am Himmel, die sonst das ganze Jahr über durch die Milchstrasse voneinander getrennt sind. 

Festivitäten zu Tanabata auf einem Holzschnitt (ukiyo-e) von Utagawa Hiroshige (1852)
 
Die Weberin und der Hirte einst...
Der Legende, die chinesischen Ursprungs ist, stehen Wega und Altair stellvertretend für ein Liebespaar, welches sich nur an einem einzigen Tag im Jahr treffen kann. Das japanische Sternenfest basiert auf der chinesischen Legende des Hirtenjungen (jp. hikoboshi/彦星/Altair) und der Weberin (jp. orihime/織り姫/Wega). 
 Die beiden waren so ineinander verliebt, dass die beiden, die eigentlich fleissige Arbeiter waren, ihrer Arbeit nicht mehr nachgingen. Zur Strafe trennte der Himmelsgott, der Vater der Weberin, die beiden durch einen breiten Fluss, die Milchstrasse. Aber da die beiden vor Trauer noch immer nicht arbeiten konnten, wurde ihnen gestattet, sich wenigstens an einem Tag im Jahr - eben dem 7.7. - treffen zu können. 
(Und die Moral von der Geschicht, verlässige deine Arbeit nicht!)

2016/03/17

Yokohama I: Chinatown - Chukagai

Der China Town in Yokohama und dem Yamashita Park sowie Minatomirai habe ich schon einge Male einen Besuch abgestattet. Gestern war es wieder soweit. Zunächst beginne ich mit einem Eintrag über die China Town! Aber bevor es los geht, muss ich diesbezüglich etwas erwähnen! 

Der grosse Vorsitzende Panda Mao?!

2013/12/30

Mochi Tsukuri in Kamakura

Der Jahreswechsel steht bevor und pünktlich am 25. Dezember verschwanden an den meisten Orten die Weihnachtsdekoration und kreativ neuinterpretierte Christbäume - stattdessen sieht man zaghaft mancherorts traditionell japanische Neujahrsdekoration. 

kadomatsu - Neujahrsdekoration im Engaku-ji
Und zu Neujahr gehört nicht nur die kadomatsu (門松), sondern vor allem - Mochi!

2013/06/23

Fuji-san: neues UNESCO-Weltkulturerbe

Der Fuji-san (富士山), mit höchster Berg und Nationalstolz Japan, wurde in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen!

Neues Weltkulturerbe: Der Fuji-san als heilige Stätte und Quelle künstlerischer Inspiration
(vom Hausberg Tôkyôs, dem Takao-san, aus gesehen)

Allerdings wurde der in den Präfekturen Shizuoka und Yamanashi liegende Vulkan nicht als schützenswertes Naturerbe registriert, sondern als "heilige Stätte und Quelle künstlerischer Inspiration" in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. 
Die Begründung für die Ernennung zum neuen Weltkulturerbe bezieht sich tatsächlich nur auf die religiöse und künstlerische Funktion des Fuji-san.

Google Japan würdigt den Fuji ebenfalls

Als kultureller Wert des 3.776 m hohen (noch aktiven) Vulkans wird von Seiten der UNESCO berichtet, dass er bereits  seit dem 11. Jahrhundert in der japanischen Kunst verewigt wurde, und auch vor allem als ein beliebtes Motiv der Holzdrucke des 19. Jahrhunderts weltweit als "Symbol Japans" Bekanntheit erlangte und einen großen Einfluss auf die Entwicklung der westlichen Kunst hatte. 

Der Fuji-san bei Sonnenuntergang von Fuchû aus gesehen

Weiters wurde der Fuji-san auch in seiner Funktion als religiöse Stätte gewürdigt. Gemeinsam mit dem Berg als "Symbol Japans" wurden 25 Stätten aufgenommen, die die religiöse Landschaft des Fuji wiederspiegeln. Im 12. Jhd wurde der Fuji-san Zentrum des asketischen Buddhismus, welcher auch shintoistische Elemente enthält. Darüber hinaus wurden die Pilgerrouten der letzten 1.500 m mit den an ihnen gelegenen Krater-Schreinen und der am Fuße des Berges gelegene Sengen-jinja Schrein in die Liste aufgenommen. 
Aber ein bißchen Natur darf natürlich nicht fehlen - Lavaformationen, Seen, Quellen und Wasserfälle, die als heilig erachtet werden, sind ebenfalls inkludiert. :)

Herzlichen Glückwunsch! (Und bitte nicht ausbrechen!)
★☆★おめでとうございます!★☆★

Ältere Blogeinträge auf fujimi-tea über den Fuji-san:

Weiterführende Links:

2012/12/12

Schriftzeichen des Jahres 2012 - 「金」 Geld/Gold 2012年の漢字 - 「金」

Heute war es wieder einmal so weit. Im Kiyomizu-dera, Kyôto, wurde das diesjährige Schriftzeichen gewählt und es wurde - Geld bzw. Gold 金 (kin) und vom Hauptabt des Tempels, Mori Seihan (森清範) in einer Größe von 1,5 x 1,3 m geschrieben.
  Letztes Jahr wurde ja - ganz im Einfluss der 3fach Katastrophe vom 11. März 2011 - das Schriftzeichen kizuna - 絆 (zwischenmenschliche Bande) zum Zeichen des Jahres gewählt. 

Hauptabt Mori Seihan mit dem Schriftzeichen des Jahres 2012 - kin
(Quelle: Yahoo News)

Wie kam der plötzliche Wechsel von zwischenmenschlicher Bande hin zum Geld?  
Einerseits konnten die Japaner bei den diesjährigen Olympischen Spielen in London sehr viele Goldmedaillen (insgesamt 7), und dann konnte man ja auch noch dieses Jahr die ringförmige Sonnenfinsternis  - auf Japanisch 金環日食 (kinkan nisshoku) - von Japan aus beobachten.
  Weiters wurden auch die Fertigstellung des Tôkyô Skytree (höchster Fernsehturm und zweithöchstes Bauwerk der Welt) sowie die Verleihung des Nobel-Preises für Medizin an Yamanaka Shin'ya (山中伸弥) als Gründe angegeben.
"Viele Monumentalwerke wurden errichtet" hieß es im Zeitungsartikel der Asahi Shinbun, wobei "Monumentalwerk" auf Japanisch 金字塔 (kinjidô) - also mit dem Schriftzeichen 金 für Geld/Gold geschrieben wird.

Auch im Jahr 2000 wurde 金 kin zum Schriftzeichen des Jahres gewählt, da in diesem Jahr die Olympischen Spiele in Sydney stattfanden. 

2012/11/21

Spaziergang durch die Shuzen-ji Onsenregion

Eine erste, zaghafte Herbstlaubfärbung
setzte bereits ein
Bevor wir im Ryokan Kikuya eincheckten, gab es einen ausgiebigen Spaziergang durch die kleine Onsenregion und Umgebung von Shuzen-ji (修善寺). 
Als besondere Sehenswürdigkeiten gelten nebst unzähligen Onsen natürlich der Tempel Shuzen-ji, das Tokko no yu, der kleine Bambuswald und der Akagaeru-koen.
Abgesehen davon bietet die Umgebung des Shuzen-ji auch viel Historisches. 
Einige wurden dorthin verbannt und im Onsen ermordet (Minamoto no Yoriie, 源頼家 und 13 seiner Vasallen, die seinen Tod rächen wollten), andere spuckten Blut und hatten Nahtoderfahrungen (Sôseki), wieder andere Vorahnungen über ihr frühzeitiges Ableben (Shimaki Kensaku) und anderen wuchsen Haare, wo keine sein sollten (der Statue des großen Sonnenbuddhas im Shuzen-ji).


Tokko no yu (独鈷の湯)
Dem Tempel Shuzen-ji gegenüber am Katsura-Fluss liegt das Tokko no yu, eine kleine Thermalquelle, in der man die Füße baumeln lassen kann.

2012/10/29

Hôryûji - Tempel der Lehre Buddhas & älteste Holzbauten

Der Hôryû-ji (法隆寺) liegt in der Präfektur Nara, allerdings nicht in Nara Stadt, sondern in der Stadt Ikaruga. Besondere Bedeutung erhält der Horyû-ji dadurch, dass auf dem Tempelgelände die ältesten noch erhaltenen Holzgebäude der Welt stehen, weswegen er 1993 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen und unter Denkmalschutz gestellt wurde. 

Ältestes Gebäude aus Holz: der Hôryû-ji
Jedes Mal als ich Nara besuchte, wollte ich auch zum Hôryû-ji gehen, doch es hat sich leider nie ergeben, da er doch weiter weg von der Stadt Nara liegt und sich meine Ausflüge nach Nara immer stets auf das Stadtgebiet beschränkt hatten. Dieses Mal war es aber wenigstens so weit! 

2012/10/18

Nara - Alte Kaiserstadt voller Rehe

Rehkitz im Nara Park
Über's Wochenende gings zu einem Familientreffen nach Nara, in der Nähe der Metropole Ôsaka und der Ex-Kaiserstadt Kyôto. Nara war auch einst eine Kaiserstadt, genauer genommen die erste Japans. Jedoch hielt sich Heijô-kyô (平城京), wie Nara als Kaiserstadt genannt wurde, nur von 710 bis 784, wo es dann von Kyôto, genannt Heian-kyô (平安京, 794-1868), abgelöst wurde. Seit 1868 ist Tôkyô, früher Edo genannt, das politische und nun auch wirtschaftliche Zentrum Japans. Somit könnte man Nara als Exex-Kaiserstadt bezeichnen. 

2012/09/24

Suge no Shishimai - alter Volksbrauch in der Gegenwart

Suge no Shishimai
In dem kleinen Ort Inadazutsumi (Kawasaki) wird jedes Jahr im September das "Suge no Shishimai" (菅の獅子舞, Shishimai von Suge (= Ortsteil in Inadazutsumi)) in der örtlichen Niederlassung des Tempels Hôsenji Yakushidô (法泉寺薬師堂) veranstaltet.

Shishimai bedeutet so viel wie Löwentanz und kommt ursprünglich aus China, aber es wurde in die japanische Tradition aufgenommen und "japanisiert".
Das japanische Shishimai wird in Shintô-Schreinen oder Tempeln vorgeführt und ist von Region zu Region unterschiedlich. Allerdings gerät diese Tradition des japanischen Löwentanzes immer mehr in Vergessenheit und wird kaum noch aufgeführt. Deswegen habe ich Glück, dass es in Inadazutsumi noch das Shishimai gibt.

Alte Tradition des Shishimai von 1187 bis 2012
Es gibt verschiedene Überliefungen, woher das Suge no Shishimai ursprünglich stammt.
Im Yakushidô-engi (薬師堂縁起) steht geschrieben, dass im Jahr 1187, als  Inega Shigenari (稲毛三郎重成) den Yakushidô im heutigen Inadazutsumi errichtete, zum ersten Mal die  Kinder ein Shishimai vorführten.

2012/08/04

Endlich Ferien!

Der Juli ist endlich vorbei und nach einer arbeitsintensiven Woche ging's endlich ab in die Ferien!
Letzten Monat ging es drunter und drüber.

Die letzten Ajisai des Jahres im Jindai-ji
Zu Monatsbeginn war eine Freundin aus Ôsaka bei uns. Wir sind gemeinsam in den Jindai-ji in Chôfu gegangen, es blühten sogar noch ein paar Ajisai (Hortensien) und wir haben in einem kleinen Töpferladen Schüsseln und Schalen bemalt. 

2012/06/07

Kyûshû Special: 4. Tag Nagasaki & Friedenspark

Der zweite Tag in Nagasaki stand im Zeichen der Atombombe. (Hier befindet sich ein Eintrag von mir über den Atombombenabwurf auf Nagasaki)

Monument im Friedenspark von Nagasaki

Zunächst haben wir den Nagasaki Friedenspark besucht, in dem ein großes Denkmal in Form eines muskulösen Mannes steht, der mit einer Hand nach oben (von wo die Bombe kam) und mit einer Hand in die Richtung des Hypozentrum der Atombombe zeigt. Dieser Park war sehr stark besucht, ich denke, bei den ganzen Sehenswürdigkeiten von Nagasaki haben wir hier und in der China Town die meisten Touristen angetroffen.

2012/06/01

Kyûshû Special: 3. Tag Nagasaki & China Town

Der Hafen in Nagasaki
Es geht weiter mit dem Kyûshû Special! :)

Am dritten Tag sind wir mit dem Bus von Fukuoka nach Nagasaki gefahren, was unter normalen Umständen schneller wäre als der Zug - allerdings war die Golden Week, deswegen hat es aufgrund des Staus aus Fukuoka raus länger gedauert.

Gegen Mittag sind wir dann endlich in Nagasaki angekommen! Zunächst haben wir unser Gepäck im Hotel abgegeben, welches sich direkt neben dem Hafen befand, und sind dann zum Hafen spaziert. Was mir besonders gut gefallen hat und sehr selten in Japan zu sehen ist: Es gibt eine Hafenpromenade mit Cafes und Restaurants, wo man im Freien (!!!) sitzen kann - mit Blick aufs Meer und viele kleine Schiffchen! Die Palmen, die man überall in Nagasaki finden kann, und das herrliche Wetter (im Vergleich zu Fukuoka) haben ihr übriges getan, um mich in eine richtige Urlaubsstimmung zu bringen! ^_^

2012/01/09

Kyôto Special: Zu Neujahr im Kimono

Cremefarbener Furisode
mit blauen Chrysanthemen
Den ersten Schreinbesuch im neuen Jahr - auch hatsumôde genannt - hatten wir eigentlich schon in der Nacht des 1.1. in Tôkyô absolviert, als wir zum Anazawa Tenjinja gegangen sind. Prinzipiell kann man hatsumôde jedoch so oft machen, wie man möchte, also war nun hatsumôde in Kyôto angesagt.

Dafür hatte sich die Schwester meines Freundes etwas besonderes einfallen lassen - Kimono!
Ich hab zwar schon mal Yukata (浴衣) in Japan getragen, dünne (und günstige) Baumwollkimonos für den Sommer, aber einen echten Kimono hatte ich noch nie an, da erstens die Gelegenheit so etwas zu tragen fehlte und ich auch nicht wirklich einen besitze. Im Gegensatz zu einem normalen Yukata, den man schon um ca. 5,000 bis 8,000 Yen im Set (samt Obi 帯, dem Gürtel) in normalen Läden kurz vor der Yukata-Saison kaufen kann, kostet ein Kimono unmengen an Geld.  

Zwei schöne Damen im Kimono im Yasaka Jinja, Kyôto
Jedoch besitzt die Schwester meines Freundes irrsinnig viele Kimonos, da sie sowas recht gerne mag und hat mir auch ihre Kimono-Schatzkiste gezeigt. Unglaublich! Was da an tausenden und abertausenden von Euros in Stoffform in ihrem Kimono-Zimmer aufbewahrt ist! Beneidenswert. Sie macht seit kurzem auch japanischen Tanz, wobei natürlich die Gelegenheiten, einen schönen Kimono zu tragen, drastisch steigen. :P

Die Stationen des 3.1.2012:
1. Yasaka Jinja - 八坂神社
2. Noh-Theater im Kongô Nôgakudô - 金剛能楽堂
3. Higashiyama Jishô-ji/東山慈照寺 (Ginkaku-ji - 銀閣寺)
4. Philosophen Weg - 哲学の道
5. Sushi - 寿司

2011/12/25

Kamakura Special: Engaku-ji im Herbst

Mitte Dezember ist es an manchen Orten in Honshû, der Hauptinsel Japans, noch möglich, die schöne Herbstlaubfärbung (kôyô, 紅葉) zu bewundern. Kôyô bezeichnet nicht nur die rot gefärbten Ahornblätter (momiji, 紅葉), sondern auch die kräftig gelb gefärbten Ginkoblätter (ichô, 銀杏/いちょう).
In Kamakura gibt es natürlich viele Plätze, an denen man die Herbstlaubfärbung betrachten kann, jedoch sind der Tsuru-ga-oka-Hachiman-gu (Ginko) und der Engaku-ji (Ahorn) eine gute Adresse für Erstbesucher. 

Engakuji im Herbst
Im Mai diesen Jahres habe ich zum ersten Mal den Engaku-ji besucht und festgestellt, dass es dort reichlich Ahorn gibt. Im Herbst müsste das also wunderbar in leuchtendes Rot getaucht sein. Leider fiel die diesjährige Herbstlaubfärbung nicht so schön aus, auch in den Nachrichten wurde gebracht, dass sie sich einerseits immer weiter in den Dezember verschiebt und andererseits die meisten Blätter bereits auf den Ästen vertrocknen, bevor sie leuchtend rot werden.

Engakuji im Herbst
Über den Engaku-ji selbst habe ich ja bereits im Mai gebloggt, also werde ich jetzt im Grunde eigentlich nur die Bilder des Engaku-ji im Herbst ins Blog stellen. Als wir die Eintrittskarten kauften, fragte ein Mann vor uns, ob man denn noch momiji sehen könnte und die Frau am Kartenschalter meinte, dass man noch ein wenig übrig sei. Scheinbar wäre es doch besser gewesen, eine Spur früher hinzugehen, obwohl auf Weathernews gerade jetzt als richtige Zeit angegeben wurde, in Kamakura die Laubfärbung anzusehen.

Aber nun zu meiner kleinen Bildersammlung vom Engaku-ji im Herbst:

2011/11/27

Takao-san: Unter den Schwingen des Tengu

Roter Ahorn, geflügelte Bergdämonen und ein Blick auf den Fuji-san

Der nur 599 m hohe Hausberg vor den Toren Tôkyôs wird Takao-san (高尾山、"Hoher Schwanz-Berg" ;P) genannt und bietet für Großstädter ein ideales Naherholungsgebiet, da man dank Keiô oder Chûô Linie von Tôkyôs Stadtzentrum aus nur eine Stunde benötigt. Immerhin ist er nur 50 km vom Stadtzentrum entfernt.
Zum Berg Takao gehört auch der Meiji no Mori Takao Quasi National Park (bzw. Meiji Memorial Forest Takao Quasi National Park; jap: 明治の森高尾国定公園, Meiji no Mori Takao kokutei kôen), welcher ein Gebiet von 7.77 km² umfasst, der kleinste Quasi-National Park ist und 1967 von der jap. Regierung ins Leben gerufen wurde.

Der japanische Wetterdienst Weathernews.jp bietet online eine "Herbstlaubfärbungs-Vorschau" (auf jap. westentlich kürzer mit 紅葉情報, kôyô-jôhô) an, bei der man den Status der Herbstlaubfärbung an verschiedenen Orten Japans abrufen kann. Jetzt ist beim Takao-san angeschrieben, dass es die beste Zeit ist, das Herbstlaub zu betrachten (見頃, migoro) - und es war nicht gelogen!
Bereits am Fuße des Berges erstrahlt der japanische Ahorn
Obwohl der Takao-san relativ niedrig ist, bietet er doch eine tolle Aussicht auf Tôkyô, Yokohama und den Fuji-san. Es gibt eine Gondel und einen Sessellift, so dass man mit beinaher jeder Kondition den Gipfel erstürmen kann. Insgesamt gibt es 7 Routen (alle durchnummeriert bis 6 plus den Inari-san Course) auf denen man für jeden Schwierigkeitsgrad sein individuelles Bergerlebnis durchlaufen kann. Mein erster Besuch auf dem Takao-san war vor 3 Jahren im November, damals wählte ich Route 6, die eigentlich einen relativ hohen Schwierigkeitsgrad hat und nur noch von dem Inari-san Course übertroffen wird.

Obwohl die Blätter bereits abgefallen sind, blüht noch die Jûgatsu Zakura, eine Kirschblütenart, die sich auf den Herbst spezialisiert hat :D

2011/08/19

Kyôto Special: Daimonji Gozan Feuer Festival

Brennende Berge als Wegweiser in die Unterwelt

Jährlich findet am 16. August in Kyôto das Daimonji Gozan Okuribi (大文字 五山送り火) statt. An diesem Tag endet in Japan O-Bon (お盆), welches so viel wie das japanische Pendant zu Allerheiligen ist.
Daimonji in Kyôto (Kyôto Shinbun)

Zu O-Bon (13.-15. August) fahren die meisten Japaner, nach Hause bzw. an die Grabstätten ihrer Vorfahren, um den Verstorbenen zu Gedenken. 
Sprich, ganz Japan ist unterwegs - dieses Jahr war ein besonders hohes Verkehrsaufkommen in Richtung Tohoku bzw. Fukushima zu verzeichnen, da viele, die durch Tsunami und AKW-Unfall nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können, extra an O-Bon zu den Grabstätten ihrer Familien zurückgefahren sind. Nicht nur die Autobahnen, auch Plätze in Zügen und Flugzeugen sind zu diesem Fest ausgebucht. 
Zu O-Bon kehren auch die Verstorbenen zurück zu ihren Familien, und um ihnen den Weg aus dem Reich der Toten in das der Lebenden zu erleichtern, wird ein Mukaebi (迎え火), ein kleines Feuer, entfacht. Meistens wird das mukaebi am 13. August oder 13. Juli (nach dem Mondkalender wird O-Bon am 15. des 7. Monats gefeiert, in einigen Regionen Japans beginnt O-Bon am 13. Juli und endet am 15. Juli) vor dem Haus angezündet. 

2011/08/15

Kamakura Special: Die Schreine von Enoshima Teil 1

Teil 1: Die schöne Benzaiten und der verliebte Drache

Die kleine Insel Enoshima, mit einem Durchmesser von knapp 4 km, befindet sich an der Sagami Bucht der Stadt Fujisawa in der Präfektur Kanagawa. Die Insel liegt in relativ greifbarer Nähe zur Stadt Kamakura und wird mit der Eno-Den (Enoshima Dentetsu) genannten Zuglinie mit dem Bahnhof Kamakura verbunden.
Deswegen ist es auch ideal, bei einem 2-tägigen Aufenthalt in Kamakura einen Abstecher nach Enoshima zu machen (wobei man sich schon zumindest einen halben Tag für die Besichtigung einplanen sollte). 
Bahnhof Enoshima

2011/07/18

Kawasaki Daishi Windspiel-Stadt & Samba

Ein Daruma-Windspiel, welches vor Gefahren schützt...

Windspiele mit dem japanischen Daruma als Motiv


Sowie weitere 900 Windspiele aus den 47 Präfekturen Japans wurden im Rahmen der 16. Kawasaki Daishi Furin-shi (Windspiel-Stadt) ausgestellt. 
Gotenmari-Furin aus der Präfektur Akita
Das Event findet vom 17.-21. Juni statt und ist im Kawasaki Daishi in Kawasaki zu besichtigen (bzw. auch dementsprechende Windspiele können erworben werden, sofern sie nicht schon ausverkauft sind :D)

Der Kawasaki Daishi, der dem Priester Kukai (auch Kobo Daishi genannt) geweiht ist, ist etwa 8 Minuten Fußweg von der Bahnstation Kawasaki Daishi entfernt und vom Bahnhof Kawasaki aus mit der Keihin Kyûkô Linie zu erreichen. 

2011/07/06

Kamakura Special: Katzen von Enoshima

Wo ein Drache ist, da sind auch viele Katzen...?

Eine Katze in Enoshima
Die kleine Halbinsel Enoshima liegt in der Sagami-Bucht in Kamakura. Mit dem Eno-den genannten Verkehrsmittel (Zug oder Straßenbahn, oder eine Kreuzung aus beidem ;P) gelangt man bis zum Bahnhof Enoshima und wandert dann zu Fuß über eine lange Straße, die die Halbinsel mit der Hauptinsel Honshû verbindet.

Enoshima ist vor allem berühmt für seine Höhlen und Schreine, die allesamt unter dem Namen Enoshima-Schrein zusammengefasst werden. Dort geht es vor allem um Liebende und um Drachen. 

Aber auch um Katzen.


2011/06/30

Neues UNESCO Weltkulturerbe in Japan

Am 24. Juni 2011 wurden die Ogasawara Inseln sowie die Tempel, Gärten und archeologischen Stätten von Hiraizumi (Iwate) zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt!

おめでとうございます!

Ogasawara Inseln
Die Ogasawara Inseln bestehen aus insgesamt 30 Inseln, die in drei Gruppen zusammengefasst sind und umfassen 7.393 Hektar. Die Inseln sind bekannt für ihre Vielfalt der Flora und Fauna und beheimaten auch viele, vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie die seltene Fledermausart Bonin Flying Fox (Pteropus pselaphon) sowie 195 gefährdete Vogelarten.
Im Wasser um die Insel herum herrscht genauso eine Artenvielfalt wie am Land: zahlreiche Fisch- und Walarten und Korallen tummeln sich im Meer. Das Ökosystem der Ogasawara Inseln spiegelt eine weite Reihe von evolutionären Prozessen wieder, die durch die Ansammlung von Pflanzenarten aus dem Südwesten und Nordwesten Asiens, sowie vielen heimischen Arten, aufgezeigt werden.

Hiraizumi
Die Tempel, Gärten und archeologischen Stätten representieren den "Reinen Land Buddhismus". Fünf Stätten, inklusive des Berges Kinkei (Kinkei-san) sowie Überreste der Regierungsgebäude aus dem 11. und 12. Jahrhundert, als Hiraizumi das administrative Zentrum Nordjapans war und mit Kyôto konkurrierte, wurden in Hiraizumi zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Das Gebiet basiert auf der Kosmologie des "Reinen Land Buddhismus", welcher im 8. Jhd. nach Japan gelangte.
Hiraizumi representierte das reine Land Buddhas, auf das die Menschen nach ihrem Tod hofften, sowie den geistigen Frieden im diesseitigen Leben. Der "Reine Land Buddhismus" hat in Kombination mit der einheimischen japanischen Verehrung der Natur und dem Shintoismus ein Konzept der Gartenplanung und -gestaltung entwickelt, welches einzigartig japanisch ist.


Weiterführende Links:
UNESCO Weltkulturerbe - Hiraizumi
(Englisch)
UNESCO Weltkulturerbe - Ogasawara Inseln (Englisch)