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2016/07/23

Literatur Spaziergang durch Kamakura: Hagiwara Sakutarô, der Grosse Buddha und der Hasedera

Dass das malerische Städtchen Kamakura im Süden von Tokyo bekannt für seine unzähligen Tempel und die Surfer in der Shonan Bucht ist, dürfte wohl den meisten geläufig sein. Aber auch viele japanische Literaten hausten und hausen in der Stadt, die vor fast 1000 Jahren das Regierungszentrum Japans war und nach der auch ein eigenes Zeitalter, die Kamakura Zeit (1185-1333), benannt wurde. Zu den berühmtesten japanischen Schriftstellern, die in Kamakura wohn(t)en zählt wohl Murakami Haruki, aber auch viele andere Schriftsteller und Philosophen haben für eine längere Zeit in dieser Stadt gewohnt. 

Der Engaku-ji in Kamakura, Mai 2011
Natsume Soseki übte Zen im Engaku-ji aus und schrieb darüber in seinem Roman Mon. Moderne Schriftsteller wie Tanizaki Junichirô, Izumi Kyôka, Kunikida Doppo, Dazai Osamu, Arishima Takeo oder Shimazaki Tôson zählen auch dazu. 
 Unter den Dichtern finden sich Berühmtheiten wie Nakahara Chûya, Hagiwara Sakutarô, Miyoshi Tatsuji oder Masaoka Shiki, Takahama Kyoshi, Yosano Akiko, etc. 

Poster zur Ausstellung "Maboroshi wo miru hito"(Der Mensch, der Visionen sieht)

2016/07/07

Tanabata - Sternenfest

Am 7. Juli wird in Japan Tanabata (七夕) - das Sternenfest - gefeiert. An diesem Tag treffen sich die beiden Sterne Wega und Altair am Himmel, die sonst das ganze Jahr über durch die Milchstrasse voneinander getrennt sind. 

Festivitäten zu Tanabata auf einem Holzschnitt (ukiyo-e) von Utagawa Hiroshige (1852)
 
Die Weberin und der Hirte einst...
Der Legende, die chinesischen Ursprungs ist, stehen Wega und Altair stellvertretend für ein Liebespaar, welches sich nur an einem einzigen Tag im Jahr treffen kann. Das japanische Sternenfest basiert auf der chinesischen Legende des Hirtenjungen (jp. hikoboshi/彦星/Altair) und der Weberin (jp. orihime/織り姫/Wega). 
 Die beiden waren so ineinander verliebt, dass die beiden, die eigentlich fleissige Arbeiter waren, ihrer Arbeit nicht mehr nachgingen. Zur Strafe trennte der Himmelsgott, der Vater der Weberin, die beiden durch einen breiten Fluss, die Milchstrasse. Aber da die beiden vor Trauer noch immer nicht arbeiten konnten, wurde ihnen gestattet, sich wenigstens an einem Tag im Jahr - eben dem 7.7. - treffen zu können. 
(Und die Moral von der Geschicht, verlässige deine Arbeit nicht!)

2016/04/25

Sakura Rückblick 2016: Hanami im Takiyama Park

Dieses Jahr war es rund um die Zeit der Kirschblüte - von Ende März bis Anfang April - wieder einmal besonders stressig. Auch das Wetter spielte die meiste Zeit nicht wirklich mit, dennoch ging sich ein kleines Hanami in diesem Jahr aus!

Laternen des Kirschblütenfestes im Takikawa Park, Hachioji
Es gibt ja unzählige Hanami Hotspots in Tokyo, die beliebtesten und bekanntesten wären der Ueno Park, der Inokashira Park, Shinjuku Gyoen, Shiba Park beim Tokyo Tower oder die Flusspromenade in Meguro. Das sind alles tolle Orte, nur sind sie auch heillos überfüllt und das macht auch die Stimmung manchmal kaputt. 
Deswegen haben wir uns dieses Jahr für einen "wenig spektakulären" Ort entschieden - nämlich den Takiyama Park (滝山公園)in Hachioji, im Westen Tokyos. 

2016/03/09

Tell the Prime Minister/首相官邸の前で von Oguma Eiji

Eine Dokumentation über die Anti-Nuke Demonstrationen im "post-Fukushima" Japan

Der Dokumentarfilm Tell the Prime Minister/首相官邸の前で von Oguma Eiji wurde September 2015 erstmals in Japan aufgeführt. Der Film behandelt die japanischen Anti-AKW Proteste vor der Premierministerresidenz, wo sich zu Höchstzeiten bis zu 200.000 Demonstranten versammelten, was jedoch von den internationalen Medien weitgehend unbeachtet blieb. 

 Trailer zu Tell the Prime Minister

Im Zentrum des Films stehen acht japanische sowie nicht-japanische Personen: ein Flüchtling aus Fukushima, ein Aktivist, ein Ladenangestellter, ein Künstler, ein Krankenhausmitarbeiter und ein Angestellter, Es wird gezeigt, wie diese unterschiedlichen Leute mit der Krise nach dem 11. März 2011 umgehen. 

Der Regisseur Oguma Eiji (小熊英二) ist Professor an der Fakultät für Politikwissenschaften der Keio Universität. Sein Fachgebiet ist Historische-Soziologie und Interdisziplinäre Soziologie. Er befasst sich in seiner Forschung eingehend mit Nationaler Identität und Nationalismus, Kolonialismus, Demokratie und sozialen Bewegungen in Japan.

Dieses Jahr jährt sich die 3fach Katastrophe vom 11. März 2011 zum 5ten Mal. In diesem Rahmen wird in sowie ausserhalb Japans auch Ogumas Film Tell the Prime Minister gezeigt. Ein kleiner Auszug:

Zürich, Schweiz
2016 March 10th, 7:30pm
Rote Fabrik
Seestrasse 395, 8038 Zürich
http://www.rotefabrik.ch/de/home/

Deutschland, Heidelberg
2016 March 11th, 7:00pm
*Screening & Talk with Director
http://www.zo.uni-heidelberg.de/japanologie/
Karlstorkino
Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg
http://www.karlstorkino.de

Anschliessend tourt Oguma Eiji durch Deutschland und nach den Filmvorführungen gibt es auch Gesprächsrunden mit dem Regisseur, unter anderem in Freiburg, Leipzig und Berlin. 


2016/02/04

Setsubun - Teufel raus und Glück herein

Am 3. Februar ist Setsubun 節分 - ein japanisches Fest, das sich vor allem bei Kindern grosser Beliebtheit erfreut. Denn hierbei ist es erlaubt, die Teufel mit Bohnen werfen zu vertreiben!

Bohnen werfen unter dem Motto:
Teufel raus, Glück herein! (*1)
Setsubun findet einem Tag vor Frühlingsbeginn (risshun, 立春) statt. Der Frühlingsbeginn fällt seit 1984 bis 2020 auf den 4. Februar, deswegen fällt Setsubun ebenso seit 1984 bis 2020 auf den 3. Februar. 

2015/08/23

Tsukamoto Shinyas Neuverfilmung "Nobi/Fires on the Plain"

Letzte Woche sah ich mir die Neuverfilmung "Nobi" von Tsukamoto Shinya im Kino an. Der englische Titel lautet "Fires on the Plain".

Nobi 2015

"Nobi" ( 野火, bedeutet "Buschfeuer") ist ein Roman von Ôoka Shôhei (大岡昇平, 1909-1988) aus dem Jahr 1951. Ôoka war bereits als Schriftsteller bzw. Journalist aktiv, als er im März 1944 als Soldat eingezogen und im Juli desselben Jahres in Manila eingesetzt wurde. Im Jänner 1945 kam er auf der philippinischen Insel Leyte in amerikanische Kriegsgefangenschaft und kehrte nach Kriegsende im Dezember 1945 nach Japan zurück. 1949 veröffentlichte er seinen ersten Roman Furyoki (俘虜記, "Bericht eines Kriegsgefangenen"), der auf seine Erfahrungen in Kriegsgefangenschaft beruht, und erhielt dafür den Yokomitsu-Riichi-Literaturpreis. 

2015/08/09

70 Jahre Nagasaki & Hiroshima: Collection of Hiroshima & Nagasaki Atomic bomb Photographs


Heute, 70 Jahre nachdem Nagasaki durch "Fat Man" zerstört wurde, möchte ich auf zwei Photobände hinweisen, die sich mit der Zerstörung in den beiden Städten beschäftigen.

広島原爆写真集
The Collection of Hiroshima Atomic bomb Photographs

長崎原爆写真集
The Collection of Nagasaki Atomic bomb Photographs
In diesen beiden Sammelbänden befinden sich unter anderem auch bisher unveröffentliche Photographien (398 von Hiroshima, 343 von Nagasaki), die die Zerstörung in den beiden Städten dokumentieren. Herausgegeben werden die beiden Photobände von Komatsu Kenichi und Shindou Kenichi ( "Anti-nuclear Photograph Movement").

Hervorhebenswert ist, dass die Bildunterschriften zweisprachig auf Japanisch sowie Englisch gehalten sind - somit sind diese beiden Photobände für ein sehr großes Publikum erreichbar!

Hier gehts zum Link aufs japanische Amazon - allerdings sind die beiden Photobände im Augenblick ausverkauft. Ich hoffe es kommt rasch Nachschub!


 

2015/08/06

70 Jahre Hiroshima Nagasaki 1945 - 2015

  •  70 Jahre Hiroshima Nagasaki 1945 - 2015
Heute vor genau 70 Jahren, am 6. August 1945 detonierte über der Westjapanischen Stadt Hiroshima um 8:16 Uhr morgens die Atombombe "Little Boy". Innerhalb weniger Augenblicke wurden bis zu 80 Prozent der Innenstadt Hiroshimas vernichtet, 70 bis 80.000 Menschen starben sofort - von vielen Menschen blieben nichts als Schatten auf Mauern übrig. Über diejenigen, die überlebten, fiel 20 Minuten radioaktiver Niederschlag - besser bekannt als "Schwarzer Regen". Jene Menschen, die nicht sofort starben, starben an den Spätfolgen ihrer Verletzungen oder der Strahlung. Bis 1946 starben je nach Schätzungen zwischen 90 bis 166.000 Menschen starben an den Spätfolgen "Little Boys".(1) Die überlebenden Strahlenopfer werden hibakusha genannt und wurden noch lange Zeit in Japan diskriminiert.

Sada Masashi - Hiroshima no Sora

Nur 3 Tage später, am 9. August 1945, detonierte über der Hafenstadt Nagasaki um 11:02 Uhr vormittags die zweite Atombombe "Fat Man". Durch die bergige Umgebung Nagasakis wurde die Wucht der Detonation ein wenig abgebremst, aber in einem Umkreis von einem Kilometer wurden 80 % der Gebäude zerstört und in der Innenstadt starben bis zu 22.000 Menschen sofort. Insgesamt werden die Todesopfer in Nagasaki zwischen 70 bis 80.000 Menschen geschätzt. 
Am 15. August 1945 erfolgte die Kapitulation Japans und somit auch das Ende des Pazifischen Krieges.

2015/07/17

Interpretation der Verfassung - "Kollektive Selbstverteidigung" oder "Kollektiver Selbstmord"?

Gestern wurde im japanischen Parlament trotz heftiger Proteste der Opposition und der Bevölkerung ein Gesetz erlassen, welches eine Neuinterpretation der Verfassung, genauer gesagt des 9ten Verfassungsartikels, gestattet. 

Was ist der Artikel 9 der japanischen Verfassung? 

Zunächt sei erwähnt, dass die derzeitige Verfassung Japans fast 70 Jahre alt ist. Nach dem 2ten WK wurde die japanische Nachkriegsverfassung gemeinsam mit den amerikanischen Verfassern herausgearbeitet und 1946 veröffentlich. 

Artikel 9 ist der "Friedens-Artikel", der kriegerische Auseinandersetzungen und den Unterhalt eines Militärs verbietet. Natürlich hat Japan ein "Militär" und ist auch eines der Länder mit den höchsten Militärausgaben weltweit. Allerdings nennt man das japanische Militär "Selbstverteidigungskräfte" (自衛隊) und sie sind genau dazu da - um Japan im Falle des Falles zu verteidigen. 
Dh, nur für den Fall, dass Japan direkt bedroht wird, rücken die Selbstverteidigungskräfte aus. Und natürlich bei Naturkatastrophen.

2015/05/10

Fuchu Art Museum - 250 Years of Animal Pictures

In den paar Ferientagen der diesjährigen Goldenen Woche ging es leider nirgends hin, und wie (längst!) vergangene Blogeinträge zeigen, ging es schon mal spannender zu. (siehe Kyushu Special I, II & III von 2012)
Leider fallen auch dieses Jahr einige Abgabefristen genau auf das Ende der Golden Week, deswegen ging sich auch heuer kein wirklicher Kurzurlaub irgendwohin aus.

250 Jahre Tiermotive im Holzdruck
Dafür aber ein "Kurzbesuch" im Museum. Ins Museum bin ich wieder zum ersten Mal seit fast 2 Jahren gegangen! Dafür ging es gleich ab ins Fuchu Art Museum (府中市美術館) zu einer Ausstellung über japanische Blockdrucke (ukiyo-e、浮世絵). Nicht irgendwelche Blockdrucke, sondern das Thema war "250 Jahre Tierbilder" - 動物絵画の250年/250 Years of Animal Pictures - also verschiedene Blockdrucke mit Tiermotiven. Ganz schön der Aushänger waren der (schielende?) Tiger und die Hundebabies. Denn alle lieben Tiger und Hundebabies. 

2015/03/10

vor 70 Jahren - Luftangriffe auf Tokyo

2015 ist ja eigentlich ein ganz besonderes Jahr für Japan, aber auch seine asiatischen Nachbarn und die Länder in Europa. Denn nun ist es schon genau 70 Jahre her, dass der 2. Weltkrieg endete. 

Auch der heutige Tag, 10. März, ist einer dieser Jahrestage. In der Nacht vom 9. auf den 10. März starben bei amerikanischen Luftangriffen auf Tokyo mehr als 100.000 Menschen, mehr als bei den beiden Atombombenabwürfen zusammen. Bereits zuvor wurden Luftangriffe auf Tokyo und andere japanische Städte geflogen, doch die verheerendsten und meisten Opferzahlen forderte der Luftangriff vom 10. März. Starke Westwinde verursachten weiters noch einen Feuersturm, dem viele zum Opfer fielen (ähnlich wie beim Großen Kanto Erdbeben von 1923). Der Luftangriff auf Tokyo am 10. März wird oft mit dem Luftangriff auf Dresden im Februar 1945 verglichen.

Tokyo am 10. März 1945 nach den Luftangriffen
Quelle: Wikipedia

Die Zeitung Asahi Shinbun hat in ihrer Vox Populi Kolumne einen Kommentar über diesen traurigen Jahrestag auf Englisch veröffentlicht. Vor allem der letzte Absatz, dass der Gedenktag am 10. März nicht nur auf Tokyo allein, sondern allen Opfern von Luftangriffen gewidmet werden solle, ist sehr beeindruckend. 
 Weiters hat die Nachrichtenseite Japan Today ein Interview mit einem Überlebenden des Luftangriffs, Katsumoto Saotome, auf Englisch veröffentlicht. Katsumoto kritisiert darin auch die derzeitige aggressive Regierungspolitik des Premiers Abe, die in den letzten Monaten immer mehr Kritik seitens Südkoreas und Chinas auf sich zog.

Insofern ist es wohl soetwas wie "Ironie der Geschichte", dass genau 70 Jahre nach dem Ende dieses Krieges ein Premierminister in Japan an der Macht ist, der die Verfassung lockern möchte, um mehr Spielraum für die Selbstverteidiungskräfte Japans zu fordern. 
 Kleiner Zusatz am Rande. In der jap. Verfassung steht auch, dass die Ehe etwas zwischen "Mann und Frau" sei und diesbezüglich würde Abe keine Uminterpretation der Verfassung machen, wie er vor ein paar Wochen im Zusammenhang mit der "Homo-Ehe" des Bezirks Shibuyas verlautbaren lies.

Man kann sagen, 2015 wird ein in vielerlei Hinsicht spannendes Jahr!

2014/08/17

O-Bon in Tateyama

Über die O-Bon-Feiertage sind wir mit Hund und Kegel nach Tateyama, zu einem Onkel meines Freundes gefahren. 

Eine der Hauskatzen, Sakura

Die Katzen des Onkels waren über den hundischen Besuch überhaupt nicht erfreut, vor allem Tora hat seinen Unmut laut Kund getan, so heftig, dass er beim Maulen sabberte. XD 

2013/09/01

Grosses Kanto-Erdbeben von 1923 - 90 Jahre danach

Am 1. September 1923 um 11:59 Uhr, heute vor genau 90 Jahren erlebten die Menschen in der Hauptstadt Tokyo und den angrenzenden Präfekturen das Grosse Kanto-Erdbeben (関東大震災).
Ein Erdbeben mit der Magnitute 7.9 ereignete sich in einer Tiefe von 23 km in der Bucht von Sagamihara (Präfektur Kanagawa) und hatte verheerende Auswirkungen auf die dicht besiedelten Städte Yokohama und Tokyo, und die angrenzenden Präfekturen (vor allem Kanagawa wurde hart getroffen).

Der Ryo`unkaku (凌雲閣) in Asakusa
- das Symbol des damaligen Tokyos wurde komplett zerstört


Sicherlich nicht nur, aber wahrscheinlich auch wegen des Tohoku Erdbebens vom 11. März 2011, berichtet der staatliche Nachrichtensender NHK in den letzten Wochen schon regelmässig über das Grosse Kanto-Erdbeben von 1923 und die Gefahren für die Metropolregion Tokyo, sollte sich ein derartiges Erdbeben dieser Grossenordnung wieder ereignen. Die Doku-Serie von NHK trägt den etwas reisserischen Namen Megaquake (Megaquake 巨大地震), ist aber ansonsten recht informativ und in 3 Serien (zu je mehreren Teilen) rausgebracht worden (Megaquake I, Megaquake II, Megaquake II), die sich jeweils mit verschiedenen Themen, wie auch Tsunami oder dem Hanshin-Awajijima Erdbeben (Kobe-Erdbeben) von 1995 beschäftigen.

2013/06/21

Chiba - Tateyama

Sumi sieht zum ersten Mal
das Meer
Nebst einer Wandertour gings in der Golden Week auch nach Chiba, genauer gesagt nach Tateyama (館山). Jetzt wo sich Ende Juni die Regenzeit auch eingefangen hat, scheint mir der Ausflug nach Tateyama weit in der Vergangenheit zurück zuliegen. Das Wetter war angenehm herrlich, Sonnenschein und blauer Himmel. 

Davon kann man augenblicklich nur träumen. Aber trotzdem gibts einen netten Spruch zur Regenzeit in Japan: 紫陽花の咲く町に、傘の花も咲きます (ajisai no saku machi ni, kasa no hana mo sakimasu) In den Städten, wo die ajisai (Hortensien) blühen, blühen auch die Regenschirme. Tja, Ajisai und Regenzeit gehören eben zusammen. Die kleine in unserem Garten blüht auch schon.

2012/12/17

Neuwahlen in Japan 2012: Gebt dem Falken sein Curry

... damit er wieder gehen kann.

Heute wurden in Japan eine neue Regierung und ein neuer Bürgermeister Tôkyôs gewählt!

Der alte neue Premier Abe (rechts) freut sich mit dem Generalsekretär
der LDP Ishiba über den Erdrutschsieg

Bei den heutigen Neuwahlen in Japan hat die LDP (Liberal Democratic Party, 自民党, jimintô) mit ihrem Zugpferd - dem alten Premier (2006-2007) - Abe Shinzô (安倍晋三, er isst ganz schnell Curry! und ist deswegen wieder fit, Japan zu regieren) einen Erdrutsch hingelegt und die Regierungspartei DPJ (Democratic Party of Japan, 民主党, minshûtô) regelrecht aus dem Parlament gefegt. 
Gut, (nun Ex-)Premier Noda hatte tatsächlich das coolste Wahlplakat, aber es war wohl zu cool und er selbst zu unbeliebt. Mittlerweile ist er auch als Vorsitzender der DPJ zurückgetreten.

Ex-Premier Noda ist nicht begeistert..
Also haben sich 45,42 Prozent der Wähler entschieden, den alten Weg von Herrn Abe zu gehen - der sich zwar schon mal als nicht so toll erwiesen hat. Obwohl so viele Parteien wie noch nie zuvor angetreten sind - viele neugegründete, die sich vor allem die Anti-AKW-Bewegung zu Nutze machen wollten - wurde (wieder) konservativ gewählt. Die LDP ist die Regierungspartei des Nachkriegsjapans und ihre Herrschaft wurde nur zwei Mal - einmal 1993 bis 1994 und 2009 bis jetzt - unterbrochen.


2012/12/14

Okutama - Wanderung über den mukashi michi

Affenmama mit Baby
Noch bevor die schöne Herbstlaubfärbung ihr jehes Ende fand, hatten wir beschlossen, eine Wanderung durch Okutama (奥多摩) ganz im Westen Tôkyôs zu machen. Wir waren dieses Mal zu dritt unterwegs und wollten zum Saisonauftakt einen angenehmen und gemütlichen Wanderpfad nehmen, also haben wir uns für den mukashi michi - den alten Pfad (むかし道) entschieden.

Der Bahnhof Okutama im äußersten Westen Tôkyôs

Als Startpunkt für den Okutama mukashi michi dient der Okutama Bahnhof und das Ziel ist der See Okutamako (奥多摩) beim Ogôchi Staudamm (小河内ダム)

2012/12/13

Literarisches Izu - Sôseki, Kawabata, Inoue und der Jôren Wasserfall

Die Izu Halbinsel in der Präfektur bietet auch allerlei Literarisches. Nicht nur die Shuzen-ji Onsen-Region, die ein beliebter Erholungsort für japanische Schriftsteller war und auch literarisch verarbeitet wurde, sondern auch andere Orte in Izu sind erwähnenswert. 
Da es wirklich viel gibt, versuche ich mich kurz zu halten. Ich schreibe dieses Mal über den Natsume Sôseki Gedenkstein, den Amagi Tunnel/Kawabatas Roman Izu no Odoriko, Inoue Yasushis alte Residenz und den Jôren Wasserfall.
Der Jôren Wasserfall in Yugashima, Izu

Zunächst zur Literatur! ^.^

2012/11/21

Spaziergang durch die Shuzen-ji Onsenregion

Eine erste, zaghafte Herbstlaubfärbung
setzte bereits ein
Bevor wir im Ryokan Kikuya eincheckten, gab es einen ausgiebigen Spaziergang durch die kleine Onsenregion und Umgebung von Shuzen-ji (修善寺). 
Als besondere Sehenswürdigkeiten gelten nebst unzähligen Onsen natürlich der Tempel Shuzen-ji, das Tokko no yu, der kleine Bambuswald und der Akagaeru-koen.
Abgesehen davon bietet die Umgebung des Shuzen-ji auch viel Historisches. 
Einige wurden dorthin verbannt und im Onsen ermordet (Minamoto no Yoriie, 源頼家 und 13 seiner Vasallen, die seinen Tod rächen wollten), andere spuckten Blut und hatten Nahtoderfahrungen (Sôseki), wieder andere Vorahnungen über ihr frühzeitiges Ableben (Shimaki Kensaku) und anderen wuchsen Haare, wo keine sein sollten (der Statue des großen Sonnenbuddhas im Shuzen-ji).


Tokko no yu (独鈷の湯)
Dem Tempel Shuzen-ji gegenüber am Katsura-Fluss liegt das Tokko no yu, eine kleine Thermalquelle, in der man die Füße baumeln lassen kann.

2012/10/31

Fujinoki-kofun - Schlüssellochgrab in Nara aus alten Zeiten

Einen kurzen Spaziergang, der durch Blumen- und Reisfelder führt, vom Hôryû-ji in der Stadt Ikagura, Präfektur Nara, entfernt befindet sich in Mitten einer ruhigen Wohngegend eines der berühmten Schlüssellochgräber (kofun, 古墳) Japans - das Fuji-no-ki Schlüssellochgrab. 

Rund um das Fuji-no-ki-kofun befindet sich ein Park
 
Kofun bedeutet so viel wie "alter Grabhügel" und bezeichnet alte japanische Grabhügel, häufig in der Form eines Schlüsselloches. Die japanischen kofun sind Grabanlagen, die zwischen der zweiten Hälfte des 3. Jhd und der ersten Hälfte des 7. Jhd errichtet worden sind. Die Kofun-Zeit (300-538) ist nach diesen Gräbern benannt. Die Ursprünge der kofun-Gräber Japans gehen auf China zurück, aber auch in Korea gibt es einige alte Grabhügel im gleichen Stil. 

Der Eingang zur Grabkammer - mal etwas anders:
Eine Sicherheitstür, die die Totenruhe der Bestatteten garantieren soll und ein Bewegungsmelder. Bei Besuch wird das Innere der Grabkammer beleuchtet.

2012/10/29

Hôryûji - Tempel der Lehre Buddhas & älteste Holzbauten

Der Hôryû-ji (法隆寺) liegt in der Präfektur Nara, allerdings nicht in Nara Stadt, sondern in der Stadt Ikaruga. Besondere Bedeutung erhält der Horyû-ji dadurch, dass auf dem Tempelgelände die ältesten noch erhaltenen Holzgebäude der Welt stehen, weswegen er 1993 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen und unter Denkmalschutz gestellt wurde. 

Ältestes Gebäude aus Holz: der Hôryû-ji
Jedes Mal als ich Nara besuchte, wollte ich auch zum Hôryû-ji gehen, doch es hat sich leider nie ergeben, da er doch weiter weg von der Stadt Nara liegt und sich meine Ausflüge nach Nara immer stets auf das Stadtgebiet beschränkt hatten. Dieses Mal war es aber wenigstens so weit!