Posts mit dem Label matsuri werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label matsuri werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2016/07/07

Tanabata - Sternenfest

Am 7. Juli wird in Japan Tanabata (七夕) - das Sternenfest - gefeiert. An diesem Tag treffen sich die beiden Sterne Wega und Altair am Himmel, die sonst das ganze Jahr über durch die Milchstrasse voneinander getrennt sind. 

Festivitäten zu Tanabata auf einem Holzschnitt (ukiyo-e) von Utagawa Hiroshige (1852)
 
Die Weberin und der Hirte einst...
Der Legende, die chinesischen Ursprungs ist, stehen Wega und Altair stellvertretend für ein Liebespaar, welches sich nur an einem einzigen Tag im Jahr treffen kann. Das japanische Sternenfest basiert auf der chinesischen Legende des Hirtenjungen (jp. hikoboshi/彦星/Altair) und der Weberin (jp. orihime/織り姫/Wega). 
 Die beiden waren so ineinander verliebt, dass die beiden, die eigentlich fleissige Arbeiter waren, ihrer Arbeit nicht mehr nachgingen. Zur Strafe trennte der Himmelsgott, der Vater der Weberin, die beiden durch einen breiten Fluss, die Milchstrasse. Aber da die beiden vor Trauer noch immer nicht arbeiten konnten, wurde ihnen gestattet, sich wenigstens an einem Tag im Jahr - eben dem 7.7. - treffen zu können. 
(Und die Moral von der Geschicht, verlässige deine Arbeit nicht!)

2012/09/24

Suge no Shishimai - alter Volksbrauch in der Gegenwart

Suge no Shishimai
In dem kleinen Ort Inadazutsumi (Kawasaki) wird jedes Jahr im September das "Suge no Shishimai" (菅の獅子舞, Shishimai von Suge (= Ortsteil in Inadazutsumi)) in der örtlichen Niederlassung des Tempels Hôsenji Yakushidô (法泉寺薬師堂) veranstaltet.

Shishimai bedeutet so viel wie Löwentanz und kommt ursprünglich aus China, aber es wurde in die japanische Tradition aufgenommen und "japanisiert".
Das japanische Shishimai wird in Shintô-Schreinen oder Tempeln vorgeführt und ist von Region zu Region unterschiedlich. Allerdings gerät diese Tradition des japanischen Löwentanzes immer mehr in Vergessenheit und wird kaum noch aufgeführt. Deswegen habe ich Glück, dass es in Inadazutsumi noch das Shishimai gibt.

Alte Tradition des Shishimai von 1187 bis 2012
Es gibt verschiedene Überliefungen, woher das Suge no Shishimai ursprünglich stammt.
Im Yakushidô-engi (薬師堂縁起) steht geschrieben, dass im Jahr 1187, als  Inega Shigenari (稲毛三郎重成) den Yakushidô im heutigen Inadazutsumi errichtete, zum ersten Mal die  Kinder ein Shishimai vorführten.

2012/04/30

Vom Jinbasan zum Berg Takao

Der Berg Jinba (heutzutage 陣馬山 geschrieben, ursprünglich 陣場山) liegt an der Grenze zwischen der Präfektur Tôkyô und Kanagawa, genauer genauer gesagt zwischen den Städten Hachiôji (Tôkyô) und Sagamihara (Kanagawa) und ist ungefähr 854 Meter hoch.

Wanderweg am Jinbasan
Eine beliebte Wanderroute führt vom Berg Takao zum Jinbasan oder in umgekehrter Reihenfolge - so wie wir es gestern machten.
Startet man beim Jinbasan, so gelangt man am besten mit der JR Chûô Linie Richtung Ôtsuki/Kôfu/Kobuchizawa (JR中央本線大月・甲府・小淵沢方面) und steigt beim Bahnhof Fujino (藤野駅) aus. Vom Bahnhof könnte man auch theoretisch bis zum Startpunkt am Fuße des Jinbasans mit einem Bus gelangen, was wir jedoch nicht gemacht haben. So kam man bereits schon sehr früh ins Schwitzen und hatte gleichzeitig ein Aufwärmtraining.

2012/04/10

Hanami in Shukugawara


In Japan ist der April einer der schönsten Monate, das liegt natürlich an einem Naturschauspiel, welches schon nahezu stellvertretend für Japan selbst wurde - die Kirschblüte. Der Fokus auf das lang herbeigesehnte erblühen der zarten weißen und rosa Blüten der japanischen Kirsche ist so extrem, dass vergessen wird, dass auch andere Blumen im April zu blühen beginnen. Die Omnipräsenz der sakura (桜, Kirschblüte) ist einfach zu gewaltig.

Endlich erblüht die sakura!

So wird bereits seit einigen Wochen im TV mit Sorge beobachtet, dass es doch ein (verhältnismäßig) langer und kalter Winter war und die Kirschblüte sich verspäten könnte. Tatsächlich waren vor circa einer Woche noch die Pflaumen in voller Blüte, welche eigentlich im Feber blühen.
 Dieses Wochenende - genauer gesagt am Samstag, 7.4.2012, war es dann so weit - auch die Kirschblüten in Tôkyô sind endlich von ihrem Winterschlaf aufgewacht (5 Tage später als im Vorjahr) und Knospe nach Knospe blühte auf. In den Nachrichten (beim Wetter) wurde eifrigst über den Zustand der Kirschblüten berichtet (so wie im Herbst über die Herbstlaubfärbung) und am Sonntag konnte sich nun fast die ganze Kantô-Region in Bewegung setzen und zu ihren eigenen Lieblingsplätzen pilgern.

Endlich ist es so weit! Die sakura im Inokashira Park befindet sich in voller Blüte!
(Regelmäßige Updates über das Blühen der sakura auf weathernews.jp)

2012/02/20

Kuniyoshi - Spectacular Ukiyo-e Imagination

Zum 150sten Todesjahr des Ukiyo-e (jap. Holzschnitt) Künstlers Utagawa Kuniyoshi (歌川国芳, 1798-1861)  konnte man in der Mori Arts Center Gallery in Roppongi vom 17. Dez. 2011 bis zum 12. Feber 2012 ausgewählte Werke des Blockdruck-Meisters aus der Edo-Zeit bewundern.

Kuniyoshi - Spectacular Ukiyo-e Imagionation
Die Kuniyoshi Ausstellung, unter dem englischsprachigen Titel Kuniyoshi - Spectacular Ukiyo-e Imagination wurde in zwei Teile aufgegliedert, wobei ich leider den ersten Teil (17.12.2011-17.1.2012) verpasst hatte. Anfang Feber kam jedoch eine Freundin aus Wien zu Forschungszwecken nach Japan und da war es nur geradzu passend, dass sie 1) ein großer Fan von Kuniyoshi ist und 2) über Ukiyo-e forscht. :D Also hatte ich die Gelegenheit, mit einem Experten verschiedene Ukiyo-e Museen zu besuchen und hab auch einiges dabei gelernt.

Unsere erste gemeinsame Station war nun die Ausstellung zu Kuniyoshi. 
Roppongi - im Hintergrund der Roppongi Hills Mori Tower
Ich bin nicht gerne in Roppongi und auch dieses Mal war es leider eine Qual für mich, dorthin zu kommen. Aber um Original-Drucke des "ultimativen Grafikers der Edo-Zeit" - so wurde Kuniyoshi vom Kurator der Ausstellung bezeichnet - zu sehen, wagt man doch auch ein kleines Abenteuer. Selbst bis nach Roppongi. Das eigentliche Abenteuer war die Frage, ob ich denn überhaupt zu meiner Freundin finden würde - da sie kein Handy in Japan hat und "treffen in Japan ohne Handy" nicht einmal in der Theorie stand hält. 

2012/01/20

Kyôto Special: Zwei Kamo Schreine und wagashi Vorführung

Auch der letzte Tag in Kyôto war bis ins letzte Detail verplant. 
Oder eigentlich nicht, denn die Besuche bei den zwei Kamo Schreinen (Shimogamo Schrein und Kamigamo Schrein) standen fix auf meinem Plan, der Ausflug in ein Teehaus mit einem Meister, der vor uns und für uns jap. Süßigkeiten (wagashi) zubereitete fand ziemlich spontan statt. 

Aber das Wichtigste war ja wohl das Mittagessen: Ramen! Echt scharfer Ramen. 
Echt scharfer Ramen!
Nach einer Instant-Chicken-Ramen-Überdosis vor 7 Jahren habe ich jahrelang kein (Instant)Ramen runterbekommen und wollte auch kein einziges Mal in einem Ramen-Lokal speisen.  Bei dem (extremen) Geruch von Tonkotsu-Ramen bekomme ich noch immer einen Brechreiz. 
Jetzt hingegen wo es schön langsam ziemlich kalt geworden ist (und wohl auch einige Jahre vergangen sind), konnte mich mein Freund des öfteren dazu überreden, Ramen auswärts essen zu gehen. Es geht, aber sie sind mir meistens zu fettig und nicht scharf genug.

Und am letzten Tag in Kyôto konnte ich einen Ramen probieren, der wirklich scharf war. ;)
Zu sagen ist, dass ich extrem scharf essen kann. Ich fange weder an zu schwitzen, noch wird mir heiß, noch brennt mir die Zunge. In einer Vorstadt Tôkyôs, in Fuchû gibt es auch ein Ramen-Lokal mit extrem scharfen Ramen - ich fands ok, aber nicht scharf, während die beiden Essgenossen neben mir bereits weggestorben sind.

Wieso macht der Yakuza (?) Werbung für den scharfen Ramen?
Doch der Ramen in Kyôto von der Kette Rairai Tei (来来亭) hatte eine eine Schärfe, bei der sogar ich sage - is' scharf. :) Mein Freund könnte das Zeug überhaupt nicht Essen und die Kellner warnen einen bei der Bestellung, dass es wirklich scharf sei. Abgesehen davon werden von diesem Ramen nur 30 Portionen pro Tag ausgegeben.
Ich hatte Glück, es gab noch welche. :)

Es war irrsinnig lecker und eigentlich bin ich froh, dass ich meine Ramen-Phobie überwältigt habe. Ich hoffe nur, dass es mit der Tofu-Phobie bald auch so sein wird, doch die Überdosis liegt erst 3 Jahre zurück, wird also noch ein Weilchen dauern... 

1. Shimogamo Jinja - 下鴨神社
   Neujahrs-Event - Kemari!
2. Kawai Jinja - 河合神社
3. Kamigamo Jinja - 上賀茂神社
4. Tsuruya Yoshinobu Wagashi Vorführung - 鶴屋吉信 生和菓子実演


2011/08/24

Omiyage und Vorfreude

Der letzte Eintrag, bevor es in den Heimaturlaub geht. Letzte Woche ging's für 3 Tage nach Kyôto und dort war Sight Seeing pur angesagt (die Einträge dazu stehen noch aus, werden aber im September nachgeholt). 
Morgen Abend geht's ab nach Österreich für 2 Wochen Heimaturlaub - auf Wunsch der Familie :P

Kernölsalat zur Einstimmung auf den Heimaturlaub

2011/08/19

Kyôto Special: Daimonji Gozan Feuer Festival

Brennende Berge als Wegweiser in die Unterwelt

Jährlich findet am 16. August in Kyôto das Daimonji Gozan Okuribi (大文字 五山送り火) statt. An diesem Tag endet in Japan O-Bon (お盆), welches so viel wie das japanische Pendant zu Allerheiligen ist.
Daimonji in Kyôto (Kyôto Shinbun)

Zu O-Bon (13.-15. August) fahren die meisten Japaner, nach Hause bzw. an die Grabstätten ihrer Vorfahren, um den Verstorbenen zu Gedenken. 
Sprich, ganz Japan ist unterwegs - dieses Jahr war ein besonders hohes Verkehrsaufkommen in Richtung Tohoku bzw. Fukushima zu verzeichnen, da viele, die durch Tsunami und AKW-Unfall nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können, extra an O-Bon zu den Grabstätten ihrer Familien zurückgefahren sind. Nicht nur die Autobahnen, auch Plätze in Zügen und Flugzeugen sind zu diesem Fest ausgebucht. 
Zu O-Bon kehren auch die Verstorbenen zurück zu ihren Familien, und um ihnen den Weg aus dem Reich der Toten in das der Lebenden zu erleichtern, wird ein Mukaebi (迎え火), ein kleines Feuer, entfacht. Meistens wird das mukaebi am 13. August oder 13. Juli (nach dem Mondkalender wird O-Bon am 15. des 7. Monats gefeiert, in einigen Regionen Japans beginnt O-Bon am 13. Juli und endet am 15. Juli) vor dem Haus angezündet. 

2011/07/17

Klein, aber fein - Natsu Matsuri

Kleines, lokales Sommer-Fest des Yakumo-Schreins

Mikoshi - tragbarer Shintô-Schrein

Mit Juli haben auch endlich die Sommerfestivals in Japan begonnen. Die Matsuri, bei denen ein mikoshi (= kleiner, tragbarer Shintô-Schrein) herumgetragen werden, finden so gut wie überall statt. Auch in so einem kleinen "Kaff" wie bei mir daheim.

Die Kleinen mit ihrem kleinen mikoshi

2011/05/02

Fuji Matsuri 2011

Alljährlich gegen Ende April bis Anfang Mai findet im Kameido Tenjin Schrein, in einem der shitamachi-Bezirken Tôkyôs, das Fuji Matsuri statt.

Eingang zum Kameido Tenjinsha

Ema - "Pferdebild" für Wünsche
Der Kameido Tenjin ist nicht nur für seine schönen violetten Fuji (Glyzinien) berühmt, sondern auch für die vielen Schildkröten, die dem Schrein auch als Namensgeber dienen. (Wörtlich übersetzt bedeutet Kameido so viel wie "Schildkrötenhaus") Die persönliche Zauberkraft des Schreins, der - wie viele andere auch - Sugawara no Michizane geweiht ist, liegt in Glücksbringern, die erfolgreiches Bestehen von Prüfungen herbeiführen sollen.
(Sugawara no Michizane war ein Gelehrter, Poet und der Anführer des Sugawara-Klans im Japan des 9. Jahrhunderts, wurde aber wegen einer Intrige seines Rivalen Fujiwara vom kaiserlichen Hof Kyôto nach Kyûshû versetzt, wo er 2 Jahre später starb und aus Angst vor seinem Rachegeist wurden verschiedene Schreine ihm zu Ehren geweiht. Sugawara no Michizane erhielt posthum den Status eines Gottes (kami) mit dem Namen "Tenjin". Der älteste Tempel zu Ehren Michizanes (bzw. um dessen Rachegeist zu besänftigen) ist der Kitano Tenman-gû in Kyôto.)

Viele kleine Schildkröten

Aber abgesehen davon natürlich gibt es auch andere o-mamori (Glücksamulette), wie zB für die Obligatorischen für Heirat, Glück, Vermeiden von Autounfällen usw, und ein eigenes Fuji-O-Mamori ist auch erhältlich. Beim Fuji Matsuri gibt es neben den Fuji und Schildkröten und dem heuer neu dazugekommen Tokyo Skytree, den man sehr gut von Kameido aus sehen kann, viele verschiedene Attraktionen. Teeverköstigung und die üblichen Matsuri-Standln dürfen natürlich auch nicht fehlen. Heute hat eine Frau einen dressierten Affen vorgeführt und viele dressierte Affen haben auf ihr Kommando geklatscht.

Fuji mit Tokyo Skytree im Hintergrund
In dem Bezirk Kameido, der ja zur "Unterstadt" (shitamachi) Tôkyôs gehört, leben auffällig viele alte Menschen, die auch beim Fuji Matsuri nicht fehlen. Deswegen war heute - trotz normalem Wochentag - sehr viel los, aber das praktische an Pensionisten in Japan ist, ist dass sie für zu Abend essen möchten und deswegen war nach einem kurzen Abstecher zu zwei kleinen Friedhöfen in der Nähe der Schrein weniger besucht als noch ein paar Stunden zuvor.

Wer sich mehr für den Kameido Tenjin Schrein interessiert, findet hier die Homepage: Kameido Tenjin English - Kameido Tenjinsha Japanisch

Noch ein paar Bilder von den schönen Fuji:


Der Kameido Tenjinsha ist auch berühmt für seine roten, Trommelförmigen Brücken, die auch in Yoshida Hiroshis Holzdrucken verewigt wurden.


Wieder einmal der Tokyo Skytree


Kameido Tenjinsha - Vorderansicht

Fuji




Dieses Jahr blühten beim Fuji Matsuri nur die violetten Fuji, diesen weißen Fuji Stock hab ich unweit vom Tempel entfernt im Bonsai-Modus gefunden :D

viele kleine Affen

Überall Schildkröten

Der einzige (noch blühende) weiße Glyzinienbaum im Kameido Tenjinsha, dahinter der Skytree

Auch auf dem Gehweg wurde der Kameido Tenjinsha verewigt

Schildkröten aus süßem Gebäck, darauf steht "Danke Mama" - passend zum kommenden Muttertag

Statue im Fumonin, in der Nähe des Kameido Tenjinsha

Das Grab des Schriftstellers Itô Sachio